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Emy Roeder, Kopffragment der Schwangeren, 1918, Terrakotta d / Achim Kleuker
Emy Roeder, Kopffragment der Schwangeren, 1918, Terrakotta d / Achim Kleuker © bpk / Museum für Vor- und Frühgeschichte, SMB / A. Kleuker

Emy Roeder

Das Kosmische allen Seins

Als Mitglied der Novembergruppe und später verfemt von nationalsozialistischer Propaganda ist Emy Roeder (1890–1971) eine der ganz wenigen weiblichen Stimmen in der modernen Kunst des frühen 20. Jahrhunderts.

Adresse

Georg-Kolbe-Museum

Sensburger Allee 25 14055  Berlin


Die große, retrospektiv angelegte Ausstellung würdigt mit rund 80 Skulpturen und über 40 Zeichnungen das Werk dieser engagierten wie in ihrer Rolle außergewöhnlichen Künstlerin.

In der männerdominierten Welt der Bildhauerei hat sich Roeder als eine der wenigen Frauen nachhaltig Gehör verschafft. In ihren freundschaftlichen Korrespondenzen mit Hans Purrmann, Karl Schmidt-Rottluff oder Erich Heckel wird deutlich, dass sie als ebenbürtiger Teil dieser durch Nationalsozialismus und Krieg so zerrissenen Künstlergeneration wahrgenommen wurde.

Die diffamierende Ausstellung „Entartete Kunst“ von 1937 zeigte ihre expressionistische Skulptur einer Schwangeren, die danach lange als verschollen galt. Im Jahr 1955 wurde eine zweite Version dieser Arbeit auf der ersten Documenta gezeigt, dies war der Beginn einer zweiten Karriere Roeders nach dem Krieg. Im Jahr 2010 wurde ein Fragment der verschollen geglaubten Terrakotta-Fassung der „Schwangeren“ als Teil des sogenannten „Berliner Skulpturenfunds“ bei Bauarbeiten am Roten Rathaus im Erdreich entdeckt und lieferte den Schlüssel zur Deutung der spektakulären Grabung.
Emy Roeder war eine der profiliertesten Bildhauerinnen des 20. Jahrhunderts. In bemerkenswerter Konsequenz entwickelte sie ihre eigene figürliche Bildsprache, die vom Naturvorbild ausgehend zu einer immer stärkeren Stilisierung führte. Ihren weiblichen Akten und Gewandfiguren, ihre Gruppen von Freundinnen und Geschwistern ebenso wie ihre Tierskulpturen strahlen innere Ruhe und Kraft aus, Zartheit, Liebe, aber auch tiefe Einsamkeit. So suchte Roeder überzeitliche Formulierungen für das Essenzielle des Daseins und das Kosmische allen Seins.

Veranstaltungskalender

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