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Können wir uns heute noch an Winnetou-Filmen erfreuen? Sollten weiße Menschen Reggae-Musik spielen und Rastalocken tragen? Und dürfen sich Schwarze Menschen als Kung-Fu-Kämpfer verkleiden? Kulturelle Aneignung: das ist ein gegenwärtig schwer umkämpfter Begriff.

Deutsches Theater Außenansicht
Deutsches Theater Außenansicht © Arno Declair

Er besagt: man bereichert sich an den Schöpfungen "fremder" Kulturen. Viele kritisieren das als eine Form des Diebstahls an marginalisierten Gruppen. Andere weisen den Vorwurf zurück: Er drücke eine Vorstellung von Identität aus, die Berührungspunkte mit der völkischen Rechten aufweist. Denn die Frage ist: Beruht nicht in Wahrheit jede Kultur auf Aneignung? Aber wenn das so ist, was heißt das für die Debatten der Gegenwart?

Mithu Sanyal und Jens Balzer versuchen im Gespräch, ein wenig Ruhe und Klarheit in die Sache zu bringen.

Mithu Sanyal hat sich in zahlreichen Artikeln und Essays und zuletzt in ihrem preisgekrönten Roman Identitti mit Fragen der Identität und der kulturellen Aneignung befasst.

Jens Balzer hat gerade das Buch Ethik der Appropriation veröffentlicht, in dem er die Debatte vom Kopf auf die Füße zu stellen versucht: Wir brauchen nicht mehr Verbote, wir brauchen mehr Reflexion; die Frage ist nicht, ob Aneignung berechtigt ist, sondern wie man sie auf richtige Weise betreibt.

Das Gespräch moderiert die Philosophin Catherine Newmark, Redakteurin der Sendung Sein und Streit bei DLF Kultur.
Zusätzliche Informationen
Es diskutieren: Mithu Sanyal, Jens Balzer, Catherine Newmark (Moderation)
Termine
Datum
Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele