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Stefan Hertmans, geboren 1951 in Gent, rekonstruiert in »Der Aufgang« (Aus dem Niederländischen von Ira Wilhelm, Diogenes Verlag, 2022) die Biographie des flämischen Nationalsozialisten Willem Verhulst, der während der Besetzung Belgiens mit den Nazis kollaborierte. Ausgangspunkt war, dass Hertmans viele Jahre in einem Haus wohnte, in dem einst eben jener Verhulst gelebt hatte. Beim Schreiben, so Hertmans, lote er immer auch das Gleichgewicht aus – zwischen dem, was wirklich passiert sei und dem, was er sich ausmale.

Literarisches Colloquium Berlin
Literarisches Colloquium Berlin © visitBerlin, Foto Dagmar Schwelle

Den Figuren habe er sich wie mit einem imaginären Mikrofon genähert und dafür in Briefen, Archiven und Gesprächen mit Familienangehörigen Informationen zusammengesucht. Für ihn stand eine große Frage im Zentrum: An welcher Stelle hat sich die Biographie von Verhulst – der als junger Mann mutig und unkonventionell war – so verschoben, dass das Böse überwog? Stefan Hertmans ist ein Meister des historischen Erzählens. Dabei ist er meilenweit weg von dem, was wir einst unter einem historischen Roman verstanden haben. Immer ist der Autor in den Texten präsent und damit sind es auch stets die Fragen zum Stoff, die sich dem Erzähler und den heutigen Leser∙innen stellen.

Im Rahmen der Reihe ›Romane in der Rotunde‹ stellt Hertmans seinen Roman im Gespräch mit dem Literaturkritiker Lothar Müller vor. Bei schönem Wetter findet die Lesung im Freien statt.

  • »Der Aufgang«
  • Romane in der Rotunde II
  • Lesung und Gespräch: Stefan Hertmans
  • Moderation: Lothar Müller
Eintritt 8 € / 5 €.
Zusätzliche Informationen
Termine
Datum
Literarisches Colloquium Berlin (lcb)