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Eine Sonderpräsentation der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin

In der Rotunde der Sammlung Scharf-Gerstenberg zeigt die Nationalgalerie die holographische Arbeit „Der Hausengel“ des zeitgenössischen Künstlers Cyprien Gaillard. Das Werk bezieht sich auf das gleichnamige berühmte Gemälde des Surrealisten Max Ernst und geht einen eindrücklichen Dialog mit den Werken Ernsts und der Dauerausstellung der Sammlung Scharf-Gerstenberg ein.

Veranstaltungen in Berlin: Cyprien Gaillard. Der Hausengel
© Cyprien Gaillard, Courtesy the artist and Sprüth Magers; Foto: Timo Ohler

1937, ein Bild der Zerstörung: Unter dem Eindruck der damaligen Weltsituation – in Deutschland wütete der Nationalsozialismus, in Italien der Faschismus, in Spanien der Bürgerkrieg – schuf Max Ernst (1891-1976) die Figur des sogenannten Hausengels. Der Künstler selbst beschrieb ihn als „eine Art Trampeltier, das alles, was ihm in den Weg kommt, zerstört und vernichtet“. Insgesamt entstanden drei Versionen des Gemäldes. Die letzte und größte, sich heute in einer Privatsammlung befindenden Fassung erhielt den zusätzlichen Titel „Der Triumph des Surrealismus“ und diente dem französischen Künstler Cyprien Gaillard jüngst als Ausgangspunkt für eine weitere, nun vierte Fassung des Hausengels.

2019, anlässlich der 58. Biennale von Venedig, verlieh Gaillard dem Hausengel neues Leben. Mit den Mitteln elektronischer Technik ließ er dem surrealistischen Monster auch auf der inhaltlichen Ebene neue Bedeutung zukommen. Das spukhaft flatternde Wesen, das sich – anders als bei Ernst – selbst verschlingt, um sich fortwährend selbst zu gebären, ist nur aus einer bestimmten Betrachtungsposition zu erkennen. Die Epiphanie des Bösen zeigt sich nur in der Perspektive des direkten Gegenübers. Beim Beiseitetreten verschwindet der Spuk: Nur das Gerät ist zu sehen und ein Sirren zu hören.

In der Rotunde der Sammlung Scharf-Gerstenberg begrüßt die Arbeit nun die Besucher*innen der Dauerausstellung, die neben zahlreichen Werken von Max Ernst auch weitere Highlights von Salvador Dalí, René Magritte oder Jean Dubuffet präsentiert.

Der in Berlin lebende Künstler Cyprien Gaillard (* 1980 in Paris) arbeitet mit unterschiedlichen Medien und ist mit Arbeiten aus den Bereichen Film, Fotografie, Skulptur und Performance seit über 15 Jahren international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsent. 2011 erhielt er den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst und ist in der Sammlung der Nationalgalerie mit der Filmarbeit „Artefacts“ (2011) vertreten.

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Zusätzliche Informationen
Coronabedingt kann sich die Laufzeit der Ausstellung kurzfristig ändern. Wir informieren Sie aktuell über www.smb.museum
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