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Stop, Repair, Prepare: Variations on „Ode to Joy” for a Prepared Piano

Das Künstler:innenduo Allora & Calzadilla aus Puerto Rico zeigt vom 1. bis 30. Oktober 2022 in der oberen Halle der Neuen Nationalgalerie die Performance „Stop, Repair, Prepare: Variations on „Ode to Joy” for a Prepared Piano, 2008". Die 30-minütige Performance wird achtmal am Tag aufgeführt, jeweils zur vollen Stunde von 10 bis 18 Uhr.

Allora & Calzadilla: „Stop, Repair, Prepare: Variations on „Ode to Joy" for a Prepared Piano, 2008", Detail, Pianist: Amir Khosrowpour
Allora & Calzadilla: „Stop, Repair, Prepare: Variations on „Ode to Joy" for a Prepared Piano, 2008", Detail, Pianist: Amir Khosrowpour © Courtesy of Gladstone Gallery, New York / David Regen

Zuvor wurde die 2008 konzipierte Arbeit bereits im Haus der Kunst in München und im Museum of Modern Art in New York realisiert.

Variationen von Dynamik
Skulpturales Objekt für die Performance ist ein präpariertes Bechstein-Klavier aus dem frühen 20. Jahrhundert, in dessen Zentrum ein Loch gesägt wurde. Darin steht ein:e Pianist:in und spielt den vierten Satz von Beethovens 1824 uraufgeführter 9. Symphonie. Durch ihre/seine Position im Innern des Flügels ist die:der Performer:in gezwungen, den Fingersatz auf den Tasten sowohl kopfüber als auch rückwärts zu spielen. Zudem macht der Einschnitt in das Klavier zwei Oktaven unwirksam.

Diese strukturell unvollständige Version der Ode erzeugt unterschiedliche Variationen sowohl der klanglichen als auch der körperlichen Dynamik zwischen Spieler:in und Instrument. Denn gleichzeitig bewegt sich die:der Performer:in im Marschschritt fort und schiebt dabei den auf Rollen stehenden Flügel mit sich durch die Halle von Mies van der Rohe.
Widersprüche und Mehrdeutigkeiten

Allora & Calzadilla befragen mit ihrer Performance die soziale, politische und kulturelle Instrumentalisierung von Musik. Der berühmte Schlusschor von Beethovens 9. Symphonie, der als „Ode an die Freude“ bekannt ist, wurde und wird in ideologisch unterschiedlichen Kontexten gespielt:

Dirigent Wilhelm Furtwängler spielte das Stück 1942 anlässlich dem Geburtstag Hitlers mit den Berliner Philharmonikern; für Diktator Ian Smith im früheren Apartheid-Regime Rhodesien, heute Simbabwe, diente es in den 1970er-Jahren als Nationalhymne; unter der Militärdiktatur in Chile demonstrierten Frauen mit der „Ode an die Freude“ für die Freilassung von politischen Gefangenen; 1972 wurde sie als Hymne der Europäischen Union adaptiert; 1989 sangen Studierende in China die Ode bei ihren Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens; im selben Jahr dirigierte sie Leonard Bernstein anlässlich des Mauerfalls in Berlin und Politiker:innen sangen sie gemeinsam im Zuge der Wiedervereinigung.

Beethovens „Ode an die Freude“ gilt allgemein als musikalische Repräsentation humanistischer Werte und Nationalstolzes. Weniger bekannt ist, dass das Stück eine im Militär populäre türkische Marschmusik beinhaltet und daher ironischerweise auch auf Gewalt und Krieg verweist. Die adaptierte Version von Allora & Calzadilla offenbart diese tiefen Widersprüche und Mehrdeutigkeiten von Beethovens berühmter Komposition.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin
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