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Wo Berlin Süßholz raspelt

Lakritze
Lakritzeschnecken © Getty Images, Foto: Image Source

Schnecken, Taler, Rauten, Drops. Mild oder kräftig, weich oder hart, süß oder salzig. Bei Lakritz scheiden sich die Geister. Ich persönlich hege eine große Leidenschaft für diese spezielle Süßigkeit. Meine Oma muss mir regelmäßig die zoute drop direkt aus Holland schicken; die Niederländer liegen ebenso wie die Skandinavier einfach ganz weit vorn, wenn es um das schwarze Gold geht. Aber auch in Berlin lässt sich der Bedarf sehr gut decken. Mittlerweile kenne ich den Händler vom Mauerpark-Flohmarkt, den Stand am Maybachufer und auch die verschiedenen Sorten Lakritze auf dem Kollwitzmarkt habe ich durch probiert. Alle, die der dunklen Leckerei ebenso verfallen sind, möchte ich gerne meine lokalen Dealer empfehlen.

kadó

Das deutschlandweit erste Lakritzfachgeschäft steht seit 1997 im Kreuzberger Graefekiez. Seitdem zieht der Süßholzduft Liebhaber und Kenner in den kleinen Laden. In den Regalen reihen sich die gläsernen Bonbonieren mit verschiedenen Lakritzsorten, darunter auch zwei Eigenkreationen mit Ingwer- und mit Zimtgeschmack. Inhaberin Ilse Böge kennt sich bestens aus und ist stets auf der Suche nach neuen Lakritzen. 2007 übernahm sie mit kadó im Botanischen Garten sogar eine Patenschaft für die Süßolzpflanze Glycyrrhiza glabra. Aus deren Wurzelextrakten gewinnt man unter Zugabe von Zucker, Glucosesirup, Geliermittel, Mehl und Aromen Lakritz. Graefestraße 20 (Kreuzberg) Di – Fr 9.30 – 18.30 Uhr, Sa 9.30 – 15.30 Uhr

Schwarzes Gold

Sönke Baumeister versorgt als gebürtiges Nordlicht seine Berliner Kunden mit echten dänischen lakrids. Auch feine Sorten aus Schweden und Belgien habe ich in seinem Geschäft schon entdeckt. Darunter sogar gelatine-, zucker-, und glutenfreie Varianten. Außerdem gibt es englisches Karamell, Schokolade, Bonbons und Fruchtgummis aller Art in den großen Gläsern. Ebenfalls im Sortiment sind diese kleinen Anispastillen in den nostalgischen, ovalen Metalldosen. Uhlandstraße 98 (Wilmersdorf) Mo – Fr 10.30 – 18.30 Uhr, Sa 10.30 – 14.30 Uhr

La Kritzeria

Bei Stefanie Klein dreht sich seit 2011 alles um Lakritzprodukte aus aller Welt. Bis zu meinem ersten Besuch war mir gar nicht bewusst, dass es so viele unterschiedliche Sorten an Lakritz gibt: 300 hat Steffi in ihrem Sortiment. An gut der Hälfte kann man sich aus den Bonbonieren bedienen. Sie stehen, je nach Vorliebe, wohlsortiert aufgereiht in den Regalen: von süß über naturherb bis kräftig salzig, mit Salmiak oder mit Fruchtgeschmack. In der Mitte des Lädchens gibt es außerdem noch dragierte, gefüllte und schokoladige Varianten. Als sie vor Kurzem zu einer Verkostung einlud, habe ich sogar Lakritzlikör und mit Lakritzpulver betäubte Mandeln probieren dürfen. Stubbenkammerstr. 3 (Prenzlauer Berg) Di, Mi, Fr 14 – 19 Uhr, Do 14 – 20 Uhr, Sa 11 – 16 Uhr

Herr Nilsson Godis

Im Juni 2013 ist Herr Nilsson bei mir um die Ecke eingezogen und zwar samt seinem ganzen Sortiment an schwedischen godis, zu Deutsch Süßigkeiten. Gestartet sind Daniel Lippert und seine schwedische Freundin Kajsa Molin bereits zwei Jahre zuvor mit einer Filiale in Friedrichshain, um ein Stück schwedische Naschkultur nach Berlin zu holen. In den skandinavischen Ländern ist es üblich, Süßes nicht abgepackt sondern als lose Ware zu kaufen. Außerdem bekamen Kinder dort in den 1950er Jahren Lakritz, Bonbons und Schokolade nur an einem Tag in der Woche. Da bei mir eigentlich jeder Tag ein Godisdag ist, bin ich oft hier und befülle mein Tütchen mit den neusten Importen. Stargarder Str. 58 (Prenzlauer Berg) und Wühlischstr. 58 (Friedrichshain) Geschrieben von Anna Bockhoff