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Wie die Berliner zum Kindl kommen

BRLO BRWHOUSE
Brauerei BRLO in Berlin © Seren Dal/BRLO

BRLO BRWHOUSE Brauerei - Das neue BRLO BRWHOUSE hat es in sich – mit einer 20hl Brauanlage von BrauKon, Bar und Restaurant ist es ein Highlight für Craft Beer Liebhaber.

„Die erste Pflicht der Musensöhne ist, dass man sich ans Bier gewöhne“, reimte einst Wilhelm Busch auf ein Getränk, welches in vielen Gegenden der Welt als „typisch deutsch“ gilt. Und frei nach diesem Motto bin ich heute bei einer Führung in der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei unterwegs, um dem Mythos des legendären Gerstensaftes näherzukommen. Schon an der Straßenbahn-Haltestelle riecht es eindeutig nach Malz, große LKWs schieben sich die Straße entlang und auf dem Hof der Brauerei stapeln sich rote, grüne und weiße Getränkekisten bis in den Berliner Morgenhimmel: Rot für Schultheiß, grün für Berliner Pilsner und weiß für Berliner Kindl. Alle drei Berliner Marken werden heute hier gebraut.

Nur Hopfen, Malz, Wasser und Hefe

Die Führung beginnt mit den Grundlagen, in diesem Fall Hopfen, Malz, Wasser und Hefe. Aus diesen vier Zutaten kann man rund 5.000 verschiedene Sorten herstellen. Dies und weitere Details über das Bierbrauen erfahre ich im Sudhaus. Während der Guide spricht, rauscht es hinter mir leise in mehreren riesigen Tanks. Dort blubbert eine helle Masse leise vor sich hin. Welches wohl die Whirlpool-Pfanne ist, von der der Guide spricht? Vom Sudhaus geht es auf einem roten Rad-Weg, der in diesem Fall für die Fußgänger gedacht ist, quer über das Gelände zu riesigen Gär- und Reifetanks. Hier warten 2,6 Millionen Gläserfüllungen Bier auf ihre Vollendung. Dazwischen wächst übrigens Hopfen, aber nur zu Anschauungszwecken. Die nächste Station ist mein persönliches Highlights – die Abfüllanlage: hier drängeln sich die Flaschen auf langen Laufbändern, Kisten rotieren, ein „Flaschen-Inspektor“ fahndet mit Licht nach Unregelmäßigkeiten und eine andere Maschine klebt und deckelt so schnell, dass einem allein beim Hinsehen schwindelig wird. 100.000 Flaschen werden hier pro Stunde abgefüllt, etikettiert und verpackt – immer in sieben Kisten auf einmal.

Von der Theorie zur Praxis

Nach der Führung können Besucher an einer Bierverkostung teilnehmen, in einem kleinen Bierkeller mit urigen Holztischen lässt es sich prima über Bitternote, Farbschattierungen und die Geheimnisse der Bierbrauer fachsimpeln. Auf Vorbestellung gibt es dazu auch etwas zu essen. Führungen durch die Brauerei werden täglich von Montag bis Freitag angeboten, um 10.00 Uhr, 14.00 Uhr und 17.30 Uhr. Nur an Freitagen ist die Abfüllanlage geschlossen. Voranmeldung notwendig.   

Susanne Schreiber

Susanne

und Berlin verbindet eine gemeinsame Biographie über viele Jahre hinweg. Enge Kindheit zwischen grauen Mauern, durchtanzte Jugendjahre in Hinterhöfen und -kellern – und seit einigen Jahren entspannte Weltläufigkeit. Heimat heißt für sie zudem Herz mit Schnauze am Rand von Pankow. Auch wenn ihr die jahrelange Erfahrung sagt, dass es in Berlin eigentlich nichts gibt, was es nicht gibt, lässt sie sich immer wieder aufs Neue überraschen.

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