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Unterwegs durch das alte Charlottenburg

Die Aussteiger-Serie

Bücherbogen am Savignyplatz
© visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

Charlottenburg, Savignyplatz, Restaurant La Piazza, S-Bahn, Buecherbogen

Täglich steigen in Berlin Millionen Menschen aus Bussen und Bahnen, wollen zur Arbeit oder Einkaufen. Dabei verlieren sie Berlin aus den Augen. Wir machen es anders: Ja zum Aussteigen, nein zur Stadtblindheit. Heute an der Haltestelle Richard-Wagner-Platz

Der Richard-Wagner-Platz ist einfach der perfekte Ausgangspunkt für meine heutige Tour: Ich will das alte Charlottenburg in der frischen Frühlingsluft erkunden. Und vom großen Platz sehe ich durch die Bäume schon das erste Highlight meiner persönlichen Top 5 Alt-Charlottenburgs:

1. Ja, zugegeben, der 88 Meter hohe Sandsteinturm ist auch nicht zu übersehen. Als ich neu in Berlin war, habe ich ihn immer für einen Kirchturm gehalten. Aber ich habe schnell gelernt: Der imposante Turm gehört zum ebenso beeindruckenden Rathausgebäude. 1905 wurde es eingeweiht – pünktlich zur 200-Jahr-Feier Charlottenburgs. Sein Vorgänger stand in der Schloßstraße und nicht am heutigen Standort in der Otto-Suhr-Allee. Als von 1860 bis 1910 die Einwohnerzahl aber um 294.000 Personen stieg, war dieses einfach zu klein.

2. Nur einmal um die Ecke und schon stehe ich vor dem Stadtbad Charlottenburg – der alten Halle wohlgemerkt. Das schöne Jugendstilgebäude mit roter Backsteinfassade, erbaut 1896-98, ist heute das älteste Hallenbad der Stadt. Die Eingangshalle mit ihren Rundbögen und warmen Farben macht beim Betreten schon großen Eindruck. Und auch die Schwimmhalle steht in Sachen Schönheit in nichts nach, wenn auch in Blau. Keine Frage: Hier gehe ich am liebsten schwimmen!                  

3. Das älteste Haus Charlottenburgs steht in der Schustehrusstraße 13 und wurde 1712 gebaut. Damals gab es in dieser Straße noch Holzbuden, an denen Fleisch und Brot verkauft wurde. Heute ist das Häuschen zwar fein herausgeputzt mit weißem Anstrich und grünen Fensterläden, aber man sieht ihm schon an, dass es zu den älteren Eisen gehört. So hat es, im Gegensatz zu seinen Nachbarhäusern, nur ein Geschoss! Heute befindet sich das Keramik-Museum Berlin im Haus und zeigt dort wechselnde Ausstellungen.

4. Auch die Villa Oppenheim beherbergt ein Museum, nämlich das Bezirksmuseum Charlottenburg-Wilmersdorf. Mein Lieblingsplatz im Haus: das Kino. Mir haben es nämlich besonders die historischen Filme über Charlottenburg angetan. Im ein oder anderen entdecke ich sogar mein heutiges Wohnhaus! Die Medienstation präsentiert Stadtpläne aus verschiedenen Zeiten und allerlei Wissenswertes rund um meinen Heimatbezirk, wie Biografien von bekannten Charlottenburgern oder eine Liste von Stolpersteinen. Der Eintritt ist frei, also nichts wie hin!

5. Wie sollte es anders sein? Das Schloss Charlottenburg gehört natürlich auch zu meinen Highlights! Egal ob im Sommer in strahlendem Sonnenschein oder im Winter unter Pulverschnee – das Schloss ist ein echter Hingucker. Und spazieren oder Sport treiben im weitläufigen Park geht auch immer! Charlottenburg verdankt seinen Namen natürlich dem Schloss: Der preußische König Friedrich I. benannte es nach dem Tod seiner Frau Sophie Charlotte im Jahr 1705 nach ihr – bis dahin hieß das umliegende Dörfchen Lietzow. Charlottenburg gefällt mir eindeutig besser! P.S. Auch ein Gang durch die Wohngebiete östlich und westlich der Schloßstraße lohnt sich: Hier finden sich einige schöne, sanierte Altbauten. Und auch der Künstler Heinrich Zille wirkte im Kiez.

Geschrieben von Kathrin Hoffmann