
Mein Lieblings-Exponat
Das Neue Museum ist ein Besuchermagnet: mit seiner faszinierenden Architektur und der Büste der Nofretete zählt es zu den am meisten besuchten und bewunderten Museen Berlins. Doch mich zieht es noch wegen eines ganz anderen Ausstellungsstückes regelmäßig in das Museum. In den Vitrinen im Raum über den Lebensraum Niltal gibt es Bootsmodelle und Tierfiguren, darunter zwei kleine Fayence- Nilpferde, von denen das eine fröhlich-verschmitzt in sich hinein zu lächeln scheint. Es hat seinen jugendlichen Charme bewahrt, obwohl es schon viele Jahre auf dem Buckel hat: es ist fast 4.000 Jahre alt, unvorstellbar. Soviel der Menschheitsgeschichte hat es miterlebt, und trotz allem lächelt es fröhlich. Schon seit Jahren besuche ich das kleine blaue-grüne Nilpferd immer wieder.
Erst in Charlottenburg, als ich mich dort sein schelmisches Lächeln in seinen Bann geschlagen hat. Da zog das Museum um, und ich fand es wieder im Alten Museum. Beim ersten Besuch im Neuen Museum habe ich mich natürlich auch auf den Weg zu ihm gemacht, doch erst habe ich es nicht gefunden. Besorgt bin ich von Raum zu Raum gewandert; es konnte doch nicht sein, dass sie es nicht mehr ausstellen. Immerhin ziert es sogar eine der Postkarten im Museumsshop. Doch ganz unten im Saal fand ich es dann in einer Vitrine. Über die Jahrtausende hinweg lächelte es mich an: das kleine blaue Nilpferd.