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Auf der Suche nach dem Mittelpunkt Berlins

Die Aussteiger-Serie

Jüdisches Museum Berlin
Das Jüdische Museum in Berlin © visitBerlin, Foto: Andi Weiland/Gesellschaftsbilder.de

Logo des Jüdischen Museum Berlin

Täglich steigen in Berlin Millionen Menschen aus Bussen und Bahnen, wollen zur Arbeit oder Einkaufen. Dabei verlieren sie Berlin aus den Augen. Wir machen es anders: Ja zum Aussteigen, nein zur Stadtblindheit. Heute an der Haltestelle Alexandrinenstraße…

Von hier kann es gar nicht mehr weit sein… Wo versteckt er sich bloß?! Ich bin auf der Suche nach dem geografischen Mittelpunkt Berlins. Der soll in Kreuzberg liegen, in der Alexandrinenstraße genau gesagt. Durch diese schlendere ich gerade Richtung Süden. Und siehe da – ich entdecke ihn, den Stein, der Berlins Mitte markiert. Aber meine Freude ist leicht getrübt: Um ihn herum ist eine kleine Baustelle und eine Plane direkt neben dem Mittelpunkt zeigt mir, dass er sich vor kurzem wirklich versteckt hat. Was hier wohl gemacht wird?

Ein Schild gibt mir Aufschluss: Hier wird eine Emissionsmessanlage gebaut - sie soll Daten über Strahlungen und Schadstoffe in der Luft sammeln und dabei helfen, Berlin auf den Weg zur klimaneutralen Stadt zu bringen. Und das genau hier: 52° 30′ 0″, 4 nördliche Breite, 13° 24′ 15″, 1 östliche Länge. In der Umgebung des Mittelpunkts gibt es noch vieles mehr zu entdecken. Zwei Tipps von mir:

Verweilen im Grünen…

Da das Wetter super ist, entscheide ich mich für diese Option. Nach einem Spaziergang am idyllischen Landwehrkanal, kehre ich in den Sommergarten des Brachvogels ein. Eine gute Entscheidung: Das Essen ist lecker und ich habe mir einen Strandkorb in der Sonne gesichert. Und zum Abschluss geht es noch für eine Runde zum Minigolf. Der Waldeckpark nördlich der Oranienstraße lädt mit vielen Bänken und Wiesen ebenfalls zum Ausspannen ein. Für Kinder stehen Spiel- und Sportplatz bereit und eine Tischtennisplatte lädt zum selbst aktiv werden ein. Interessant: Das Gelände wurde Anfang des 17. Jahrhunderts als Friedhof für Pesttote angelegt. Aber keine Sorge – davon ist heute nichts mehr zu sehen oder zu spüren.

… oder Eintauchen in Berlins Kultur

Die Berlinische Galerie ist nur 10 Minuten vom Mittelpunkt Berlins entfernt. Allein der Hof des Hauses ist schon ein Hingucker: Gelbe Buchstabenplatten ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Und auch innen gibt es einiges zu entdecken: Zum 100. Geburtstag des Dadaismus zeigt die Galerie für moderne Kunst ab Anfang August die Ausstellung „Dada Afrika“. Ebenfalls was fürs Auge und gut zu Fuß zu erreichen: das Jüdische Museum. Im beeindruckenden zickzackförmigen Bau von Daniel Libeskind werden zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte präsentiert. Weitere Insider-Tipps für Kreuzberg und die anderen Berliner Bezirke hält die App „Going Local Berlin“ für Euch bereit. P.S. Für alle, die dachten der Mittelpunkt Berlins liegt in Mitte, vielleicht sogar in der Nähe des U-Bahn-Haltestelle Stadtmitte: Der Kreuzungsbahnhof erhielt seinen heutigen Namen erst 1936 zu den Olympischen Spielen in Berlin. Davor hieß er „Friedrichstadt“. Mit dem Titel „Stadtmitte“ wurde den Olympia-Besuchern einfach mal die trubelige Friedrichstraße als Stadtzentrum untergemogelt.

Geschrieben von Kathrin Hoffmann

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