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500 Jahre Berliner Geschichte: Fünf Orte für euren Hauptstadt-Besuch

Geschichte erleben in Berlin

Gendarmenmarkt in Berlin am Abend
Gendarmenmarkt © visitBerlin, Foto: Artfully Media, Sven Christian Schramm

Ein ganzes Leben in Berlin würde wohl nicht ausreichen, um alle geschichtsträchtigen Orte und Plätze in Berlin zu entdecken. Überall gibt es Geschichten zu entdecken, wo also beginnen? Hier findet ihr fünf Orte, die ihr am Anfang einer spannenden Entdeckungsreise in die Berliner Vergangenheit erkunden könnt.

17. Jahrhundert: Das Klassische Berlin am Gendarmenmarkt

Der Gendarmenmarkt in der historischen Mitte Berlins gilt als schönster Platz seiner Art. Ende des 17. Jahrhunderts entsteht der als Markt gedachte Platz. Kurfürst Friedrich III. lässt sowohl den französischen Einwanderern als auch der lutherischen Kirche das Recht, eine Kirche zu errichten. Heute strahlen der Deutsche Dom und der Französische Dom weit über die historische Friedrichstadt hinaus und schließen das Konzerthaus ein. Dieses veranstaltet mit dem „Classic Open Air“ jedes Jahr im Sommer eine fantastische Konzertreihe unter freiem Himmel im Herzen der Hauptstadt, direkt auf dem Gendarmenmarkt.

18. Jahrhundert: Spandauer Vorstadt

Im 17. Jahrhundert entstehen hier zwischen der heutigen Friedrichstraße und Karl-Liebknecht-Straße, Torstraße und Spree die ersten Straßenzüge. Im 18. Jahrhundert werden in der „Spandauer Vorstadt” die Grundsteine für den heute edel anmutenden Kiez gelegt: Die repräsentative Oranienburger Straße wird errichtet, 1710 eröffnet das Pesthaus, aus dem die Charité hervorging und das Schloss Monbijou wird erbaut.

19. Jahrhundert: Der Jüdische Friedhof Weißensee

1880 entstand außerhalb von Berlin der heute flächenmäßig größte jüdische Friedhof Europas. Hier wird die reiche jüdische Geschichte Berlins sichtbar: Opulente Mausoleen, unscheinbare Gräber in zweiter Reihe und Schmiedekunst erzählen von Liebe, Krieg und Familiengeschichte. Der Verleger Samuel Fischer ist hier ebenso begraben wie der Schriftsteller Stefan Heym, der antifaschistische Widerstandskämpfer Herbert Baum und die Eltern von Kurt Tucholsky, der dem Friedhof ein Gedicht widmete. 2016 wurde hier Angelika Schrobsdorff zur ewigen Ruhe getragen. Bei einem Spaziergang lässt sich die Berliner Geschichte auf dem Jüdischen Friedhof von ihrer stillen Seite erkunden. Männer müssen bei einem Besuch eine Kopfbedeckung tragen, am Schabbat (Samstag) und an jüdischen Feiertagen ist der Friedhof geschlossen.

20. Jahrhundert: Der Flughafen Tempelhof als symbolträchtiges Denkmal

Seit 2008 ist der Flughafen Tempelhof stillgelegt und seither ein begehbares Stück Berliner Geschichte. 1923 hob hier das erste Linienflugzeug ab, ab 1934 entstand der monumentale Neubau im Stil der NS-Architektur. 1948 wurde der Flughafen noch einmal bekannt, als hier die Flieger während der einjährigen Blockade West-Berlins landeten. Die „Rosinenbomber“ versorgten die Westberliner mit lebensnotwendigen Gütern und Süßem für die Kinder. Heute bietet das Tempelhofer Feld Platz für Freizeitaktivitäten. Auf Rundgängen können Besucher hier das mit 300.000 Quadratmetern größte Baudenkmal Europas sowie seine verborgenen Orte entdecken.

21. Jahrhundert: Das Stadtschloss als Kulturzentrum Berlins

Wer heute vor dem Berliner Dom stehend auf die Spree blickt, schaut auf eine große Baustelle, die viel Berliner Geschichte in sich trägt. Hier soll 2019 das Berliner Stadtschloss im historischen Zentrum wiedereröffnet werden. Im 15. Jahrhundert erbaut, wurde das Schloss ab dem 18. Jahrhundert zur königlichen und kaiserlichen Residenz. In der DDR-Zeit fand hier der Palast der Republik seinen Platz. Seit 2013 wird der Barockbau wiederaufgebaut, nur die Außenfassade wird nach historischem Vorbild rekonstruiert. Nach der Eröffnung werden hier unter anderem die Sammlungen der nicht-europäischen Museen aus Dahlem, eine Wissenschaftsbibliothek und ein Labor der Humboldt-Universität ihren Platz finden. Ein architektonisches Highlight wird das Veranstaltungszentrum „Agora“. Besucher können sich in dem Infocenter der Humboldt-Box einen visuellen Einblick in die Zukunft des Stadtschlosses verschaffen.
 
Möchtet ihr weitere spannende Orte und Berliner Geschichte entdecken? Bei einer Führung könnt ihr noch mehr über die geheimen Orte und vielfältigen Geschichten der Stadtteile und Institutionen erfahren. Die besten Tipps für einen Rundgang mit Kind und Kegel findet ihr hier.