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Bootsfahrt an der Oberbaumbrücke
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11 Berlin-Spaziergänge für Kunstinteressierte

Top Kunstwerke im öffentlichen Raum

Zitadelle Spandau
Skulpturen im Innenhof der Zitadelle Spandau © visitberlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Macht euren Frühlingsspaziergang durch Berlin zum Ausstellungsbesuch. Denn Berlin ist Hauptstadt der Skulpturen, die ganze Stadt ist ein Museum. Von den Statuen aus der Kaiserzeit, herrlichen Fassaden, beeindruckenden Mahnmalen und Gedenkstätten bis hin zu provokative Skulpturen bekannter Künstlerinnen und Künstler, könnt ihr in Berlin alles entdecken. Wir stellen euch Top 11 zeitgenössische Kunstwerke im öffentlichen Raum vor und geben Tipps für einen Spaziergang in den Berliner Frühling. Viel Spaß beim Flanieren durch die Stadt!

Tipp 1: Stein, Schere, Papier

Kunst im öffentlichen Raum an der Oberbaumbrücke: Lichtinstallation Stein, Papier, Schere von Thorsten Goldberg
Stein, Schere, Papier: Kunst im öffentlichen Raum an der Oberbaumbrücke von Thorsten Goldberg © visitberlin, Foto: Chris Martin Scholl

Jedes Kind kennt das Spiel "Stein, Schere, Papier", das hier an der Oberbaumbrücke künstlerisch einen der ehemaligen innerstädtischen Grenzübergänge zwischen Ost- und Westberlin markiert. Im sechs Sekunden Rhythmus wechseln die beiden runden Neon-Leuchtanzeigen das Handzeichen. Ein Symbol für die Entscheidungswillkür der möglichen Ein-und Ausreise. Hin und wieder wechseln beide Anzeigen auf die ausgestreckte Hand für „Papier“, was ein wenig so wirkt wie das Angebot, sich die Hände zu reichen. Von 1971 bis 1989 als Übergang für Privatpersonen genutzt. Am besten seht ihr die Zeichen, wenn ihr bei Dunkelheit über die Oberbaumbrücke geht.

Wo: Oberbaumbrücke

Künstler: Thorsten Goldberg

Spaziergang: Entlang der Spree, zum Beispiel vorbei an der East Side Gallery

Tipp 2: Molecule Men

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Wenn ihr den Spaziergang entlang der East Side Wall und über die Oberbaumbrücke fortsetzen wollt, dann schlendert doch weiter in Richtung Arena Berlin und Badeschiff. Hier habt ihr eine gute Aussicht auf die Molecule Men, eine der Skulpturen im öffentlichen Raum, die längst zur Ikone geworden ist. Die drei 30 Meter hohen menschlichen Figuren stehen genau dort wo Friedrichshain, Kreuzberg und Treptow zusammentreffen. Außerdem will Jonathan Borofsy mit seinem Molecule Men zeigen, „dass sowohl der Mensch als auch die Moleküle in einer Welt der Wahrscheinlichkeit existieren und das Ziel aller kreativen und geistigen Traditionen ist, Ganzheit und Einheit innerhalb der Welt zu finden.“ 

Wo: An den Treptowers 1, Oberbaumbrücke

Künstler: Jonathan Borofsky

Spaziergang: Weiter an der Spree in Richtung Treptower Park. Hier findet ihr mit dem sowjetischen Ehrenmal ein weiteres gigantisches Werk.

Tipp 3: Sophie-Gips-Höfe: GG. Art.5

Wandgestaltung in den Sophie-Gips-Höfen: Art.5 GG von Thomas Locher
Sophie-Gips-Höfe: Kunst im öffentlichen Raum - GG. Art. 5 von Thomas Locher © visitberlin, Foto: Chris Martin Scholl

Der Artikel 5 des Grundgesetzes sichert die Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit. In altdeutschen Lettern hat Künstler Thomas Locher dieses im Hof 1 der Sophie-Gips-Höfe an der Fassade des ARD-Hauptstadtstudios verewigt. Neben dieser Arbeit von Thomas Locher findet ihr in dem Komplex rund um die ehemalige Nähmaschinenfabrik zwischen Sophienstraße und Gipsstraße noch zahlreiche weitere Kunstwerke im öffentlichen Raum. Etwa die am Abend farbig beleuchtenden Durchgänge von Gunda Förster im Hof 2. Genießt die entspannte und ruhige Atmosphäre des liebevoll gestalteten Komplexes unweit der Hackeschen Höfe.

Wo: Hof 1 der Sophie-Gips-Höfe

Künstler: Thomas Locher

Spaziergang: Lasst euch für den Besuch der Sophie-Gips-Höfe ruhig ein wenig Zeit, genießt einen Kaffee und lasst die Atmosphäre auf euch wirken. Das für den Ausbau der Höfe verantwortliche Ehepaar Hoffmann hat übrigens in den Dachgeschossen von Hof 2 eine Galerie für die private Kunstsammlung eingerichtet. Diese könnt ihr samstags nach telefonischer Anmeldung besuchen (030-28 499 120).

Tipp 4: Berlin Junction

Kunst im Kiez: Berlin Junction von Richard Serra
Kunst im öffentlichen Raum: Berlin Junction vor der Philharmonie © visitBerlin, Foto: Angela Kröll

Nicht ganz unumstritten ist diese gewaltige Skulptur aus zwei Stahlplatten, mit der Richard Serra den Raum an sich fühlbar machen möchte. So steht der enge, bedrohliche Raum zwischen den beiden gekrümmten, geschwungenen Platten. Geht einmal hindurch, es fühlt sich fast schon bedrohlich und bedrückend an. Im Gegensatz dazu steht die leere Weite des Platzes vor der Philharmonie. Von hier aus starteten die Nationalsozialisten ihr Euthanasie-Programm. Umstritten ist die Skulptur auch deshalb, weil viele ein Mahnmal als passender angesehen hätten als die rohe Monumentalität der Stahlplatten. Inzwischen findet ihr ganz in der Nähe auch einen Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde.

Wo: vor der Philharmonie, Herbert-von-Karajan-Straße

Künstler: Richard Serra

Spaziergang: Lauft von hier über die Betonflächen und Treppen des Kulturforums. Auch der Tiergarten ist nicht weit. Hier steht ein weiteres Mahnmal: Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.

Tipp 5: Windspiegelwand

Kulturforum in Berlin-Tiergarten
Kulturforum in Berlin-Tiergarten © visitberlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Wenn ihr gerade am Kulturforum unterwegs seid, dann schlendert doch mal zum Landwehrkanal und dann am Reichpietschufer in Richtung Potsdamer Platz. Am GIZ-Gebäude zeigt Olafur Eliason mit seiner Windspiegelwand wie in fast schon spielerischer Einfachheit ein wenig Leben auf graue Fassaden gezaubert werden kann.  Die Spiegelplättchen sind so installiert, dass sie dem Verlauf von Wänden und Treppen im Gebäude folgen, sich aber auf ihrer Position leicht vom Wind bewegen lassen. So spiegeln sich je nach Wind und Wetter, Himmel, Wolken, Bäume und Umgebung in den reflektierenden Plättchen. Eine poetische Ergänzung zur urbanen Landschaft. 

Wo: drei Teilfassaden des  GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit), Rückseite des Reichpietschufer 20

Künstler: Olafur Eliasson

Spaziergang: In wenigen Minuten seid ihr von hier im Gleisdreieckpark. Oder ihr lauft an Kulturforum, der Philharmonie und der Serra-Skulptur "Berlin Junction" vorbei in den Tiergarten.

Tipp 6: Hand mit Uhr

Kunst im Kiez: Hand mit Uhr von Joachim Schmettau
Kunst im öffentlichen Raum: Hand mit Uhr © visitBerlin, Foto: Angela Kröll

Als beliebter Treffpunkt bei den Schüler*innen des Gymnasiums Tiergarten hat die bronzene Hand mit Uhr schon so einige kosmetische Verschönerungen erhalten. Nagellack etwas oder auch Graffiti-Tags. Erstmals 1975 aufgestellt musste die Hand mit Uhr dennoch erst einmal saniert werden. Brav erinnert die Digitalanzeige oben am angeschnittenen Handgelenk die Schüler*innen wann es Zeit ist, zurück in den Unterricht zu gehen – und gleichzeitig gibt sie uns zu denken, wie sie da sorgsam den orangen Quader greift.

Welche Chancen und Möglichkeiten ergreifen wir, während die Zeit vergeht? Die Antwort liefern Depeche Mode. Everything Counts lautet der Titel des Songs, in dessem Videoclip die Hand mit Uhr eine kleine Rolle spielt. Für den Künstler, Joachim Schmettau, war die Hand mit Uhr die erste Skulptur im öffentlichen Raum. Sein bekanntestes Werk ist der Weltkugelbrunnen am Breitscheidplatz.

Wo: Altonaer Straße / Lessingstraße

Künstler: Joachim Schmettau

Spaziergang: Entweder könnt ihr die Altonaer Straße in Richtung Spree hinunterlaufen oder in der entgegengesetzten Richtung Englischen Garten, Schloss Bellevue, Siegessäule und Großer Tiergarten spazieren.

Tipp 7: Turm und Mauer

an der Jannowitzbrücke
Jannowitzbrücke © visitBerlin, Foto: Thomas Kierok

Unweit der Jannowitzbrücke erstreckt sich über eine Länge von 100 Metern die Backsteinmauer von Peter Kirkeby. Sie ist eine Art Abgrenzung zwischen Heizkraftwerk und Spree, erlaubt durch die vielen Öffnungen im unteren Bereich aber auch freie Sicht und lädt dazu ein, sich im Slalom zwischen beiden Bereichen hin- und her zubewegen. Als ausgebildeterer Naturwissenschaftler widmete sich Kirkeby lange Zeit der Malerei, beteiligt sich in den 60er Jahren auch an Happenings und arbeitet mit Künstlern wie Joseph Beuys oder Nam June Paik. In seinen Klinkerbau-Skulpturen zitiert er architektonische Besonderheiten aus der ganzen Welt.

Wo: Köpenickerstr. 60/Michaelkirchstr

Künstler: Per Kirkeby

Spaziergang: Auch von hier gelangt ihr schnell an die Spree. Wenn ihr über die Jannowitzbrücke und dann entlang am Rolandufer in die Innenstadt spaziert, seid ihr in einer halben Stunde am Berliner Dom. 

Tipp 8: Botschaften. Die Berlinische Botschaft. Museen- und Museumsbotschaften. 

Kunst im Kiez: Botschaften von Silvia Klara Breitwieser
Kunst im öffentlichen Raum: Botschaften © visitBerlin, Foto: Angela Kröll

Für die Botschaften hat Silvia Klara Breitwieser insgesamt 30 Museen der Gegenwart in Ost und West um ihre Einschätzung zur Lage und Zukunft der Kunst gebeten. Folgt ihr den Botschaften führen euch diese rund um die Berlinische Galerie bis zum Jüdischen Museum. Auf der Vorderseite der Schilder lest ihr der Botschaft, auf der Rückseite, wer diese formuliert hat. Tipp: Auch im Bayerichen Viertel findet ihr an den Masten der Straßenbeleuchtung angebrachte Botschaften. Mit diesen "Orten des Erinnerns" von Renata Stih und Frieder Schnock wird der Diskriminierung und Entrechtung der Berliner Juden gedacht.

Wo: Alte Jakobstraße, Am Berlin Museum, Lindenstraße

Künstlerin: Silvia Klara Breitwieser

Spaziergang: Einfach den Botschaften folgen.

Tipp 9: Zwei Beton-Cadillacs in Form der Nackten Maja

Kunst im Kiez: Beton Cadillacs von Wolf Vostell
Kunst im öffentlichen Raum: Zwei Beton-Cadillacs © visitBerlin, Foto: Angela Kröll

Für diese Skulptur am äußeren westlichen Rand des Ku’damms soll der Künstler, Wolf Vostell sogar Morddrohungen bekommen haben. Tatsächlich waren die beiden in Stahlbeton gegossenen Cadillacs den meisten Berlinern verhasst. Ebenso wie der gesamte Skulpturenbouleverad, der 1987 zum 750-jährigen Bestehen der Stadt in Auftrag gegeben wurde. Sieben Kunstwerke und Skulpturen wurden mit dem Budget in Höhe von 1,8 Millionen Mark realisiert. Ursprünglich als temporäre Flaniermeile gedacht, sind die Werke heute ein Teil von Berlin, an den man sich trotz aller Proteste dann doch gewöhnt hat.

Wo: Rathenauplatz

Künstler: Wolf Vostell

Spaziergang: Lauft einfach den Ku’damm in Richtung Breitscheidplatz und haltet beim Schaufensterbummel die Augen nach weiteren Skulpturen offen. 

Tipp 10: Structure

Technikmuseum Berlin
Technikmuseum Berlin © Foto: Serjozha Kostyushev

Ganz in der Nähe des Technikmuseum findet ihr "Structure" von Sol LeWitt. Wie viele Würfel seht ihr? Ehrlich gesagt haben wir sie nicht gezählt, aber wer ein wenig fit in Mathematik ist, kann dies bestimmt ganz schnell berechnen. Das Kunstwerk setzt sich aus fünf Mal fünf weiß lackierten Aluminiumwürfeln zusammen, die im Licht und Schattenspiel in verschiedenen Mustern ineinander aufgehen. Trotz nackter Geometrie also ein optischer Augenschmaus. Übrigens hat Sol LeWit seinen Würfel anhand der Baupläne für das Familiengericht konzipiert, vor dessen Fassade es steht.

Wo: Hallesches Ufer 62

Künstler: Sol LeWit

Spaziergang: Von hier aus seid ihr schnell auf dem Gelände des Technikmuseums und dem anschließenden Gleisdreieckpark.

Tipp 11: Pyramide auf dem TU-Gelände

Kunst im Kiez: Pyramide auf dem TU-Gelände von Hans-Rucker-Co
Kunst im öffentlichen Raum: Pyramide auf dem TU-Gelände © visitBerlin, Foto: Angela Kröll

Die Pyramide ist nur eines von mittlerweile insgesamt 80 Kunstwerken und Skulpturen, die ihr auf dem TU-Gelände besichtigen könnt. Nicht alle verstecken sich so gut wie dieses architektionische Klettergerüst neben dem Institut für Luft- und Raumfahrttechnik. Im Sommer sind alle Seiten von Grünpflanzen überwuchert. Bekanntestes Kunstwerk des Architekturbüros Haus Rucker & Co ist der Rahmenbau von 1977 für die documenta 6 in Kassel, der noch heute den Ausblick auf den Stadtpark Karlsaue umrahmt.

Wo: Nordgelände der TU/Straße des 17. Juni

Künstler: Hans-Rucker-Co

Spaziergang: Nehmt euch etwas Zeit, um einige der anderen Skulpturen auf dem Gelände zu entdecken, darunter die Ionischen Säule von Karl Friedrich Schinkel, die Arkadenhalle von Johann Heinrich Strack sowie Denkmäler für bedeutende Persönlichkeiten wie Werner von Siemens oder Franz Reuleaux.

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Streetart in Berlin: Elefant mit Weltballon von Jadore Tong
Streetart in Berlin: Elefant mit Weltballon von Jadore Tong © visitBerlin, Foto: Josefine Köhn-Haskins

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Tipp und Dankeschön: In dem Kunstführer „Marmor für alle. Zur Kunst im öffentlichen Raum in Berlin“ von Jörg Johnen findet ihr noch weitere Inspirationen für Spaziergänge zu Kunstwerken im öffentlichen Raum.

Josefine Köhn-Haskins

Josefine

ist in München aufgewachsen, hat dort studiert und bei der SZ volontiert. Auf der Suche nach neuen Abenteuern entdeckte sie erst New York, dann Miami und berichtete als Trendscout und Korrespondentin für verschiedene Publikationen. Ihr Zuhause fand sie dann aber in Berlin. Fasziniert von den vielen Facetten der Stadt ist sie kreuz und quer in den Kiezen unterwegs und beschäftigt sich gerne mit Zukunftsideen und Smart City Konzepten für ein innovatives Berlin.

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