Direkt zum Inhalt

Ausstellung: The Struggle of Memory

Deutsche Bank Collection

The Struggle of Memory

Nach der erfolgreichen Präsentation der Sammlungsschau The Struggle of Memory Part 1, zeigt das PalaisPopulaire vom 6. Oktober 2023 bis 11. März 2024 Part 2. Im Fokus steht die Bedeutung von Erinnerung – wie werden persönliche und kollektive Identität von Erinnerungen geprägt und wie Milan Kundera 1979 in seinem Das Buch vom Lachen und Vergessen schreibt „Der Kampf des Menschen gegen die Macht ist der Kampf des Gedächtnisses gegen das Vergessen.“  

The Struggle of Memory 2 im PalaisPopulaire Berlin
The Struggle of Memory 2 im PalaisPopulaire Berlin © Installationsansicht PalaisPopulaire 2023; links: Zohra Opoku, ‘I have arisen from my egg which is in the lands of the secrets. I give my mouth to myself (so that) I may speak with it in the presence of the gods of the Duat. My hand shall not be turned away from the council of the great god Osiris, Lord of Rosetau, this one who is at the top of the dais. I have come (so that) I may do what my heart desires in the Island of Fire, extinguishing the fire which comes forth.’, 202; rechts: Zohra Opoku, ‘I am mad

Part 1 von The Struggle of Memory führte Kunstwerke zusammen, die auf unterschiedliche Art und Weise erforschen, wie der Körper Erfahrungen aufnimmt, sie verarbeitet, speichert und sich ihrer erinnert. Part 2 präsentiert Werke, in denen die weniger bekannten Spuren der Geschichte aufgezeigt und unsere Aufmerksamkeit auf diese Vergangenheit, die uns überall umgeben, gelenkt wird. Die Künstler*innen arbeiten mit der Differenz von persönlicher und offizieller Erzählung und setzen sich mit den Ungenauigkeiten der Erinnerung und der Geschichte auseinander. Indem sie Übersehenes hervorheben, humorvolle und absurde Momente spielerisch aufgreifen, die Bedeutung der Sprache für das Erinnern und den Widerstand betonen, erforschen sie den Schwebezustand zwischen Fakt und Fiktion und rekonstruieren Erinnerungen fantasievoll in den Leerräumen, die von Sklaverei und Kolonialismus und deren andauernden Folgen hinterlassen wurden. 

Ausgangspunkt der von Kerryn Greenberg kuratierten Schau The Struggle of Memory sind Ankäufe der Deutschen Bank der letzten zehn Jahre. Diese Werke, die oft von Künstler*innen aus dem Globalen Süden, vor allem aus Afrika oder mit afrikanischen Wurzeln stammen, wurden auch zu einem Sammlungsschwerpunkt dank des nigerianischen Kurators Okwui Enwezor. Er leitete die bahnbrechende documenta 11 und war bis zu seinem Tod Mitglied des Global Art Advisory Council der Deutschen Bank. Die Präsentation wird von herausragenden internationalen Leihgaben ergänzt.

Paulo Nazareth kreist rückwärts laufend um einen Baum und verweist damit auf das den Sklav*innen auferlegte Ritual, das sie durchführen mussten, bevor sie in Benin an Bord der Sklavenschiffe gingen – sein symbolischer Versuch, die Zeit zurückzudrehen und einen Akt, der dem Vergessen dienen sollte, durch aktives Erinnern zu ersetzen. Sammy Baloji stellt Aufnahmen der Kolonialzeit Fotografien des heutigen Lubumbashi ebenso gegenüber wie Relikte der kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Europäern in Afrika heimischen Pflanzen: Die Vergangenheit setzt sich in der bis heute anhaltenden Ausbeutung von Menschen und Naturressourcen in der Demokratischen Republik Kongo fort. Die auf den ersten Blick leeren und ruhigen Fotografien von Jo Ractliffe zeigen Überreste der kolonialen Vergangenheit und Spuren des Krieges in Angola und Namibia.

Zohra Opoku lässt sich von altägyptischen Schriftrollen und der Winterlandschaft Berlins anregen, um die Herausforderungen der Gegenwart erkennen und verarbeiten zu können. In Yto Barradas Arbeiten ist die Kluft zwischen Afrika und Europa ablesbar – zugleich wird darin aber auch ihre geografische Nähe sichtbar. 

Lubaina Himid verwendet in ihren Arbeiten, die von den Mustern ostafrikanischer Kangatücher beeinflusst sind, Thesen zu Träumen, Geschichte und Wahrheit eines fiktiven Gesprächs mit dem Philosophen Walter Benjamin. Anawana Haloba weist auf die Fragilität von Sprache, Kultur und Identität hin und erinnert uns an die transatlantischen Verbindungslinien der Menschen. Alberta Whittle zeigt uns die zerstörerische Wirkung der Bohrwürmer, die die Schiffsreisen der uropäer erschwerten – die Auswirkung einer Macht von unten. Um den Zerfall der kolonialen Mächte geht es auch bei Wong Hoy Cheong. 
Zum Schluss bereitet Dineo Seshee Bopape in einer immersiven Installation ein Fest der Freiheit und erinnert an die vielen Akte des Widerstands gegen den Kolonialismus in Afrika. Diese Ausstellung feiert die Schönheit und Widerstandsfähigkeit der Erde und der Menschheit und erkennt zugleich die jahrhundertelangen Folgen der Ungerechtigkeit und Ausbeutung an.
 

The Struggle of Memory

Nach der erfolgreichen Präsentation der Sammlungsschau The Struggle of Memory Part 1, zeigt das PalaisPopulaire vom 6. Oktober 2023 bis 11. März 2024 Part 2. Im Fokus steht die Bedeutung von Erinnerung – wie werden persönliche und kollektive Identität von Erinnerungen geprägt und wie Milan Kundera 1979 in seinem Das Buch vom Lachen und Vergessen schreibt „Der Kampf des Menschen gegen die Macht ist der Kampf des Gedächtnisses gegen das Vergessen.“  

The Struggle of Memory 2 im PalaisPopulaire Berlin
The Struggle of Memory 2 im PalaisPopulaire Berlin © Installationsansicht PalaisPopulaire 2023; links: Zohra Opoku, ‘I have arisen from my egg which is in the lands of the secrets. I give my mouth to myself (so that) I may speak with it in the presence of the gods of the Duat. My hand shall not be turned away from the council of the great god Osiris, Lord of Rosetau, this one who is at the top of the dais. I have come (so that) I may do what my heart desires in the Island of Fire, extinguishing the fire which comes forth.’, 202; rechts: Zohra Opoku, ‘I am mad

Part 1 von The Struggle of Memory führte Kunstwerke zusammen, die auf unterschiedliche Art und Weise erforschen, wie der Körper Erfahrungen aufnimmt, sie verarbeitet, speichert und sich ihrer erinnert. Part 2 präsentiert Werke, in denen die weniger bekannten Spuren der Geschichte aufgezeigt und unsere Aufmerksamkeit auf diese Vergangenheit, die uns überall umgeben, gelenkt wird. Die Künstler*innen arbeiten mit der Differenz von persönlicher und offizieller Erzählung und setzen sich mit den Ungenauigkeiten der Erinnerung und der Geschichte auseinander. Indem sie Übersehenes hervorheben, humorvolle und absurde Momente spielerisch aufgreifen, die Bedeutung der Sprache für das Erinnern und den Widerstand betonen, erforschen sie den Schwebezustand zwischen Fakt und Fiktion und rekonstruieren Erinnerungen fantasievoll in den Leerräumen, die von Sklaverei und Kolonialismus und deren andauernden Folgen hinterlassen wurden. 

Ausgangspunkt der von Kerryn Greenberg kuratierten Schau The Struggle of Memory sind Ankäufe der Deutschen Bank der letzten zehn Jahre. Diese Werke, die oft von Künstler*innen aus dem Globalen Süden, vor allem aus Afrika oder mit afrikanischen Wurzeln stammen, wurden auch zu einem Sammlungsschwerpunkt dank des nigerianischen Kurators Okwui Enwezor. Er leitete die bahnbrechende documenta 11 und war bis zu seinem Tod Mitglied des Global Art Advisory Council der Deutschen Bank. Die Präsentation wird von herausragenden internationalen Leihgaben ergänzt.

Paulo Nazareth kreist rückwärts laufend um einen Baum und verweist damit auf das den Sklav*innen auferlegte Ritual, das sie durchführen mussten, bevor sie in Benin an Bord der Sklavenschiffe gingen – sein symbolischer Versuch, die Zeit zurückzudrehen und einen Akt, der dem Vergessen dienen sollte, durch aktives Erinnern zu ersetzen. Sammy Baloji stellt Aufnahmen der Kolonialzeit Fotografien des heutigen Lubumbashi ebenso gegenüber wie Relikte der kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Europäern in Afrika heimischen Pflanzen: Die Vergangenheit setzt sich in der bis heute anhaltenden Ausbeutung von Menschen und Naturressourcen in der Demokratischen Republik Kongo fort. Die auf den ersten Blick leeren und ruhigen Fotografien von Jo Ractliffe zeigen Überreste der kolonialen Vergangenheit und Spuren des Krieges in Angola und Namibia.

Zohra Opoku lässt sich von altägyptischen Schriftrollen und der Winterlandschaft Berlins anregen, um die Herausforderungen der Gegenwart erkennen und verarbeiten zu können. In Yto Barradas Arbeiten ist die Kluft zwischen Afrika und Europa ablesbar – zugleich wird darin aber auch ihre geografische Nähe sichtbar. 

Lubaina Himid verwendet in ihren Arbeiten, die von den Mustern ostafrikanischer Kangatücher beeinflusst sind, Thesen zu Träumen, Geschichte und Wahrheit eines fiktiven Gesprächs mit dem Philosophen Walter Benjamin. Anawana Haloba weist auf die Fragilität von Sprache, Kultur und Identität hin und erinnert uns an die transatlantischen Verbindungslinien der Menschen. Alberta Whittle zeigt uns die zerstörerische Wirkung der Bohrwürmer, die die Schiffsreisen der uropäer erschwerten – die Auswirkung einer Macht von unten. Um den Zerfall der kolonialen Mächte geht es auch bei Wong Hoy Cheong. 
Zum Schluss bereitet Dineo Seshee Bopape in einer immersiven Installation ein Fest der Freiheit und erinnert an die vielen Akte des Widerstands gegen den Kolonialismus in Afrika. Diese Ausstellung feiert die Schönheit und Widerstandsfähigkeit der Erde und der Menschheit und erkennt zugleich die jahrhundertelangen Folgen der Ungerechtigkeit und Ausbeutung an.
 

Hier finden Sie weitere Informationen

Adresse

Unter den Linden 510117  Berlin

Instagram: @palaispopulaire