Der Tiergarten ist Berlins größter Park und für die Berliner Naturerlebnis und Freizeitstätte.
Er diente zunächst als Jagdgrund der preußischen Fürsten, bis er im 18. Jahrhundert zu einer Parkanlage umgewandelt wurde. Der Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné formte ab 1818 die Anlage nach Vorbild des englischen Landschaftsstil, nach 1850 wurden Statuen aufgestellt. An der damaligen Siegesallee ließ Wilhelm II. 32 aus Marmor gehauene Skulpturen der königlichen Ahnen aufstellen, welche von den Berlinern als "Puppen" verspottet wurden. Die Siegesallee wurde unter Hitler versetzt, ihre Reste nach dem Krieg demontiert.
Da der Reichstag direkt am Gelände des Tiergartens liegt, befanden sich hier vor dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Botschaften. Heute werden wieder viele Botschaften restauriert bzw. neu errichtet, so dass das "Diplomatenviertel" im südlichen Tiergarten neuen Glanz erhält. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Parkanlage schwer zerstört, und 1945/46 mussten viele Bäume zur Brennholzgewinnung abgeholzt werden. 1949 begann die Aufforstung.
Heute dient der Park als Naherholungsziel vieler Berliner. Mittelpunkt des Parks ist der Große Stern, der von der Siegessäule, einem der Wahrzeichen Berlins, überragt wird. Im Tiergarten liegt auch das Schloss Bellevue, der Sitz des Bundespräsidenten, und das Haus der Kulturen der Welt, die ehemalige Kongresshalle. Auch das Kulturforum und der sich anschließende Potsdamer Platz grenzen im Südwesten an den Tiergarten, während sich im Westen der Zoologische Garten anschließt.