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Ostalgie - Auf den Spuren des Ostens

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MauerDie Tour "Ostalgie" führt entlang wichtiger Stätten der DDR-Zeit. In Berlin hat jeder Kiez seine eigene Geschichte und Identität. In den Jahren der Teilung der Stadt haben sich zudem zwei verschiedene politische und gesellschaftliche Systeme und somit auch unterschiedliche historische Entwicklungen ausgebildet. Nach dem Fall der Mauer ist Berlin wieder zusammengewachsen und hat ein neues Lebensgefühl entwickelt, dennoch ist auch diese Vergangenheit noch vielerorts lebendig geblieben. Die Geschichte der DDR hat viele Facetten und viele Arten der Auseinandersetzung. Auf der einen Seite steht die schwierige historische Aufarbeitung, auf der anderen Seite die Ostalgie, die sich beispielsweise in der Beliebtheit der Ost-Ampelmännchen, vieler "Ost-Produkte" und in dem großen Erfolg von Filmen wie "Good Bye Lenin" und "Sonnenallee"zeigt. Entlang unserer Tour werden beide Seiten deutlich.

U5 Magdalenenstraße

Unsere Tour "Ostalgie" startet im Bezirk Lichtenberg. Mit der U-Bahn Linie 5 fahren Sie zur Haltestelle Magdalenenstraße. Entlang der Frankfurter Allee laufen Sie bis zur Kreuzung Ruschestraße und biegen rechts ab. Hier in der Ruschestraße 103 befindet sich das ehemalige Innenministerium der DDR mit der Staatssicherheitszentrale. Heute ist das Gebäude als Forschungs- und Gedenkstätte Ruschestraße 103 der Öffentlichkeit zugänglich. Fotos und Dokumente, sowie Gerätschaften, die zur Überwachung der DDR-Bürger verwendet wurden, können ebenso besichtigt werden wie das Büro des Stasi-Chefs Erich Mielke.

Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße
Ruschestraße 103, Haus 1
Mo-Fr 11-18 Uhr, Sa+So 14-18 Uhr
Telefon: 030/5 53 68 54 (Gruppen bitte vorher anmelden)

Nächster U-Bahnhof / Nearest underground station U5 Magdalenstraße

Mit der U5 zwei Stationen Richtung Alexanderplatz bis Samariterstraße.

Dauer: 2 min

Nun geht es entweder zu Fuß oder 2 Stationen mit der U-Bahn zur Station Samariterstraße weiter. Über die Proskauer Straße gelangt man zur Frankfurter Allee. Am Frankfurter Tor mit seinen beiden imposanten Türmen, welche die Formen der Türme am Gendarmenmarkt wieder aufnehmen, beginnt die Karl-Marx-Allee. Der Prachtboulevard der ehemaligen DDR-Regierung diente als Repräsentations- und Paradestraße. Hier auf der bis 1961 "Stalinallee" getauften Straße brach am 17. Juni 1953 der Arbeiteraufstand aus, der blutig niedergeschlagen wurde.
Die Karl-Marx-Allee ist ein in Deutschland einzigartiges Freilichtmuseum der Architektur des stalinistisch-neoklassizistischen Stil der 1950er Jahre. Die Straße wurde nach ihrer Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg auf über 90 Meter verbreitert und durch unterschiedliche Geschosszahlen, sowie Verkleidung der Fassaden variiert. Sie ist vom Frankfurter Tor bis zum Strausberger Platz über 3 Kilometer lang und führt weiter zum Alexanderplatz. Die U-Bahn Linie 5 fährt ebenfalls zum Alexanderplatz und so können Sie den Spaziergang nach Belieben an einem der 3 U-Bahnhöfe (Weberwiese, Strausberger Platz, Schillingstraße) abkürzen. In der Karl-Marx-Allee Nr. 72 befindet sich das "Café Sibylle". Eine Ausstellung zur Geschichte der "Stalinallee" mit ihren "Wohnpalästen für Werktätige" kann hier besichtigt werden. Im Café finden auch Abendveranstaltungen, wie Lesungen und Konzerte, statt. Die Karl-Marx-Buchhandlung in der Hausnummer 78 hat auch die Klassiker der sozialistischen Literatur in ihren Regalen. Das Heimatmuseum Friedrichshain zeigt wechselnde Ausstellungen zur Geschichte des Bezirks. Das Museum ist am U-Bahnhof Weberwiese in der Marchlewskistraße 6 zu finden.
Zwischen Strausberger Platz und Alexanderplatz münden die Bauten des sogenannten "Zuckerbäckerstils" in moderne Plattenbauten des sogenannten "International Style", dem zweiten Bauabschnitt der Allee. Im Kino International in der Karl-Marx-Allee 33 ist der Flair des Ostens der 1960er Jahre erhalten. Der unter Denkmalschutz stehende Bau mit der großen Glaskuppel beherbergt ein Kino sowie eine öffentliche Bibliothek und Veranstaltungsräume.

Heimatmuseum Friedrichshain
Marchlewskistraße 6
Di+Do 11-19 Uhr, Fr+Sa 14-20 Uhr
Telefon 030/29 34 79 4-0

Café Sibylle
Karl-Marx-Allee 72
Mo-Fr 10-20 Uhr, Sa+So 12-20 Uhr
Telefon 030/29 35 22 03

Nächster U-Bahnhof / Nearest underground station U5

Mit der U5 können Sie ein Stücke des Weges zum Alexanderplatz abkürzen.

Nun ist es nicht mehr weit zum Alexanderplatz.
Der höchste Punkt der Stadt, der Fernsehturm mit 365 m, wurde 1965-69 erbaut. 1969-72 entstand nach Plänen von Walter Herzog und Heinz Aust eine pavillonartige Fußumbauung, die in drei Trakte mit spitzen Faltdächern gegliedert ist.
Auf dem Alexanderplatz und in seiner näheren Umgebung sind eine Reihe von Relikten aus DDR-Zeiten zu sehen. Bei seiner Neubebauung von 1966 bis 71 erhielt der Platz seine heutige Gestalt. Auf dem Platz befindet sich die 1969 aufgestellte Weltzeituhr und der ebenfalls 1969 errichtete Brunnen der Völkerfreundschaft. Das Haus des Lehrers am Alexanderplatz 4 ist ein architektonischer Klassiker der DDR-Moderne. Der Bauhaus-Schüler Hermann Henselmann gestaltete das 12-geschossige Hochhaus in Form einer Box. Das imposante Wandfries des Künstlers Walter Womacka ist angelehnt an zeitgenössische mexikanische Wandbilder. Bis 1990 fungierte das Haus des Lehrers vor allem als Kultur-, Bildungs- und Informationszentrum für Pädagogen und Eltern. Das Haus steht unter Denkmalschutz und dient heute als Bürogebäude. Die dazugehörige Kongresshalle, jetzt bcc, wurde mit einer weithin sichtbaren gläzenden Aluminiumkuppel konstruiert.

Vom Fernsehturm bis zum Spreeufer erstreckt sich das Marx-Engels-Forum. Die Statuen von Karl Marx und Friedrich Engels sind einziger Blickfang des weitflächigen Platzes. Auf dem Schlossplatz am anderen Ufer der Spree stand das Berliner Stadtschloss der Hohenzollern, das 1950 trotz internationaler Proteste als "Symbol des preußischen Militarismus" gesprengt wurde. Statt dessen wurde an dieser Stelle der Palast der Republik errichtet. Der während der DDR in Marx-Engels-Platz umbenannte Schlossplatz diente für Aufmärsche und Demonstrationen. Die einst festinstallierte Paradetribüne wurde nach der Wende abgerissen.
Der Palast der Republik war in der ehemaligen DDR Sitz der Volkskammer und offene Begegnungsstätte mit Restaurants, Kegelbahnen und Bühnen. Von hier aus wurde auch die beliebte Show "Ein Kessel Buntes" im DDR-Fernsehen übertragen. Mittlerweile hat der Abriss des Palastes der Republik begonnen. Der Neubau der Stadtschlosses in historisierender Form ist geplant.
Auf dem Schlossplatz befindet sich auch das Ehemalige Staatsratsgebäude der DDR, das nach der Wiedervereinigung zwischenzeitlich als Bundeskanzleramt diente. Zur Zeit wird das bundeseigene Gebäude für Ausstellungen, Vorträge oder kommerzielle Anlässe vermietet. Beim Neubau wurde der Fensterflügel des Stadtschlosses integriert, von dem aus Karl Liebknecht 1917 die "freie sozialistische Republik Deutschland" ausrief.

Gegenüber dem Berliner Dom liegt das 2006 eröffnete DDR-Museum, welches einen anschaulichen Einblick in das Leben zu DDR-zeiten bietet. Anschaulich, multimedial und interaktiv kann der Alltag eines vergangenen Staates nachvollzogen werden: Die DDR von Aktueller Kamera bis Zentralkomitee.

DDR Museum
Karl-Liebknecht-Str. 1, 10178 Berlinbr> Telefon (Kasse): 847 123 73-1
www.ddr-museum.de/

Tram-Linie / Tram line M1 Hackescher Markt

Mit der M1 in Richtung Rosenthal bis zum U-Bahnhof Eberswalder Straße.

Fahrzeit: ca. 10 Min.

Vom Hackeschen Markt fährt die Tram M1 zum Prenzlauer Berg. Dort wohnten einst und zum Teil noch immer Literaten und Künstler, von denen viele dem DDR-Regime kritisch gegenüber standen. Die Zionskirche am Zionskirchplatz bot ab 1986 Raum für eine oppositionelle Gruppe, der "Friedens- und Umweltkreis der Zionsgemeinde". Die Stasi durchsuchte die Räume am 25. November 1987 und nahm einige Mitglieder der Gruppe fest. Mahngottesdienste und Proteste sowie das große Medienecho der Westpresse führten zur Freilassung der Inhaftierten. Die Stasi sperrte jedoch den Turm- und Eingangsbereich der Kirche ab, woraufhin die Protestbewegung in die Gethsemanekirche auswich, von der aus die bekannten Mahngottesdienste vor der Wende abgehalten wurden.
Steigen Sie an der Haltestelle Eberswalder Straße aus. Diese erreichen Sie auch vom Alexanderplatz mit der U-Bahn Linie 2.
Der Mauerpark am Ende der Eberswalder Straße verbindet heute Ost und West. Reste von der Berliner Mauer sind heute als Übungswand für Graffiti-Sprayer in den Park integriert. Hier kann man auf Schaukeln zwischen ehemals Ost und West hin- und herschwingen.

Die Eberswalder Straße geht über in die Bernauer Straße. Hier, direkt am früheren Mauerverlauf, befindet sich die Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße 111. Die Grenze verlief direkt durch die Straße hindurch, in der einst die Häuser der Straße zugemauert wurden. Viele oftmals spektakuläre Fluchtversuche wurden hier unternommen. Über den 1964 gegrabenen Tunnel beispielsweise flüchteten 57 Menschen in den Westen. Die dramatische Geschichte des Tunnelbaus wurde 2001 als Zweiteiler "Der Tunnel" für das Fernsehen verfilmt. Heute steht der Grenzstreifen zwischen Ackerstraße und Bergstraße unter Denkmalschutz.

Von hier aus gibt es mehrere Möglichkeiten den Streifzug auf den Spuren des Ostens fortzuführen:

1 Pankow

Der Bezirk Pankow grenzt nördlich an den Prenzlauer Berg. Hier wohnte einst die Elite der DDR-Politik. Pankow ist sowohl das alte Residierviertel als auch das Botschaftsviertel der DDR.

Tram-Linie / Tram line 12 U-Bahn Eberswalder Straße

Vom Prenzlauer Berg fährt die Tram Linie 12 ab Eberswalder Straße bis Stahlheimer Straße/Wisbyerstraße.

Fahrzeit: ca. 5 Min.

Tram-Linie / Tram line 12 Stahlheimer Straße/Wisbyer Straße

Mit der Tram 13 in Richtung Virchow-Klinikum sind es zwei Stationen bis zur Schönfließer Straße.

Fahrzeit: ca. 4 Min.

Von der gleichen Haltestelle fährt die Tram Linie 13 zur Schönfließer Straße. Hier zwischen Stavanger Straße, Gotlandstraße und Ibsenstraße befindet sich das ehemalige Botschaftsviertel der DDR. Die letzen Botschaften Pankows beherbergen Länder wie Kuba, Eritrea, Bosnien-Herzegowina oder Kap Verde.

Tram-Linie / Tram line M1 Schönhauser Allee/Bornholmer Straße

Mit der M1 Richtung Niederschönhausen/Schillerstr (bzw. Richtung Rosenthal Nord) bis zur Haltestelle Tschaikowskystraße.

Fahrzeit: ca. 12 Min.

Von der Straßenbahnhaltestelle Schönhauser Allee/Bornholmer Straße nimmt man die Tram Linie M1 bis zur Tschaikowskystraße und laufen ca. 500m zum Schloss Niederschönhausen, dem ehemaligen Amtssitz von Wilhelm Pieck, später Gästehaus für hohe Staatsbesuche. Im Schlosspark stehen viele wunderschöne alte Bäume, von denen 18 unter Naturschutz stehen und einige über 1000 Jahren alt sind. Sie sollen Reste jener Bäume sein, die schon vor der Besiedlung des Gebietes hier standen und bereits zu DDR-Zeiten das Schild mit der Eule erhielten, das sie als Naturdenkmale schützt.
Die Gegend um das Schloss war Wohnsitz der DDR-Elite. Am Majakowskiring 29 steht das einstige Wohnhaus von Wilhelm Pieck, das bis 2001 noch als Forum für Politik- und Alltagsgeschichte der Öffentlichkeit zugänglich war. Vom Majakowskiring ein Stück südlich fährt die Tram Linie M1 bis zum S+U-Bahnhof Pankow. Sie können das kleine Stück bis dorthin auch laufen. Von hier aus können ihre Tour beliebig fortsetzen.

2 Gedenkstätte Hohenschönhausen
Tram-Linie / Tram line M6, 16 Genslerstraße oder Tram-Linie / Tram line M5 Freienwalder Straße

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen bietet Einblick in die Gefängnisse und Haftlager der DDR-Regierung. Das Gelände der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin-Hohenschönhausen steht wie wenige andere Orte in Deutschland für die Geschichte politischer Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Das Gelände ist nur mit Führung zu besichtigen. Öffentliche Führungen finden von Montag bis Freitag jeweils um 11 und 13 Uhr statt, Samstag und Sonntag stündlich zwischen 10 und 16 Uhr. Eintritt 4, erm. 2 Euro, Montags Eintritt frei.

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Genslerstraße 66, 13055 Berlin
Telefon 030/98 60 82 -30/-32
www.stiftung-hsh.de

3 East-Side-Gallery
Nächster S-Bahnhof / Nearest suburban train stationNächster U-Bahnhof / Nearest underground station S3, S7, S75, S9, U1 Warschauer Straße

Im Bezirk Friedrichshain steht der größte zusammenhängende Mauerabschnitt. Hierbei handelt es sich nicht um die eigentliche Berliner Mauer, sondern um eine sogenannte Vorderlandmauer. Die East-Side-Gallery in der Mühlenstraße, am S- und U-Bahnhof Warschauer Straße, wurde nach dem Mauerfall von einer internationalen Künstlergruppe bemalt und erstreckt sich über mehrere Kilometer.

4 Treptower Park
Nächster S-Bahnhof / Nearest suburban train station S41, S42, S8, S9 Treptower Park

Im Treptower Park steht das Sowjetische Ehrenmal. Es ist dem Gedenken der gefallenen sowjetischen Soldaten, von denen 5000 hier beerdigt sind, gewidmet. Die Anlage ist neben dem Soldatenfriedhof in Niederschönhausen der größte sowjetische Soldatenfriedhof Deutschlands sowie das größte antifaschistische Denkmal in Westeuropa. Er wurde 1947- 49 im stalinistischen Monumentalstil erbaut. Grabplatten und Fresken mit Darstellungen des Kriegsablaufes sind in langen gestaffelten Geraden angeordnet. Die imposante Statue über dem Mausoleum zeigt einen Soldaten, der ein gerettetes deutsches Kind trägt.

5 Marzahn
Nächster S-Bahnhof / Nearest suburban train station S7 Ahrensfelde

Der Bezirk Marzahn ist einer der größten zusammenhängenden Neubausiedlungen Berlins. Er entstand aufgrund der zunehmenden Wohnungsnot auf der grünen Wiese. Die gut ausgestatteten Wohnungen waren zu DDR-Zeiten hoher Komfort. Doch wer denkt, dass es sich heute um eine triste Plattenbausiedlung handelt, der täuscht. Viele Häuser wurden renoviert und farbenfroh gestaltet. Grünanlagen und Gärten durchbrechen die Hochhausreihen und sind begehrte Naherholungsgebiete.
Am besten steigt man am S-Bahnhof Ahrensfelde, der Endstation der S-Bahn Linie 7, aus. Wer beispielhaft sanierte Wohnanlagen besichtigen will, sei auf die Anlage in der Wuhlestraße 9-21 verwiesen. Die zehngeschossigen Plattenbauten vom Bautyp QP71, wie sie überall in der DDR gebaut wurden, sind von Grund auf saniert.

Tipp: Trabi-Safari

Mit dem Trabi geht es auf Safari durch den Großstadt-Dschungel. Hier kann man selber Trabi fahren und erhält dabei von dem Führungsfahrzeug über Funk Infos zu den Sehenswürdigkeiten.
Zwei Touren "Berlin Classic" und "Berlin Wild East" können mit dem Kultauto Trabi erkundet werden. Die Touren kosten ab 25 € pro Person. Telefon 030- 27 59 22 73 (Anmeldung empfehlenswert).

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