Die unendliche Bibliothek des Geistes
„Ich habe mir das Paradies immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.“ Wer die Philologische Bibliothek der Freien Universität betritt, dem erscheint die Vorstellung von Jorge Luis Borges ganz einleuchtend. Der Neubau von Lord Norman Foster, in dem die Bibliotheken aller philologischen Fakultäten zusammengelegt worden sind, ist eine faszinierende Architektur des Geistes.
Der Bau spiegelt in seiner Gestaltung das menschliche Gehirn wider, in dem Tausende von Büchern aufbewahrt werden. Ganz oben kann man sich in schicken Sesseln, die vom Raumschiff Enterprise zu stammen scheinen, gemütlich machen und schmökern. Das Beste an der Bibliothek ist, dass sie nicht nur Studenten und Ehemaligen sondern auch allen Besuchern offen steht, die sich an der kühnen Architektur und den Büchern erfreuen möchten.
Ich finde nicht nur die Architektur und die top-moderne Ausstattung (gerade im Vergleich zu dem altersschwachen Kopierer meines alten Institutes, der ständig kurz vorm endgültigen Ableben war) unglaublich, sondern auch das Wiedersehen mit den alten, abgegriffenen Büchern, die ich einst im Studium in der Hand hatte, und die nun in langen Reihen in diesem eleganten Rahmen stehen.
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