Berlin – Stadt der grünen Trends

Berlin – Stadt der grünen Trends

Basistext
Subheadline: 
Von Urban Gardening bis vegane Gastronomie

Berlin, März 2016 Die Berliner lieben es grün. Öffentliche Parks sind für Berliner das erweiterte Wohnzimmer, jeder bedrohte Baum wird beschützt und wer keinen Schrebergarten sein Eigen nennt, kann sich in einer Vielzahl nachbarschaftlicher Gartenprojekte engagieren. Jenseits der traditionellen Naturverbundenheit seiner Bewohner ist Berlin auch eine Stadt ökologischer Trends. Für viele Hauptstädter hat das (entsprechend sorgfältig ausgewählte) Fahrrad das Auto als Statussymbol abgelöst. In Do-it-yourself-Workshops lernen Berliner, Möbel oder Kleidung selbst herzustellen, statt sich ausschließlich mit industrieller Massenware zu umgeben. Und nicht wenige leben als „Lohas“ den so genannten „Lifestyle of health and sustainability“, sind also Genussmenschen, die sich bewusst gesund ernähren und nachhaltig konsumieren. Das Kleid soll aus ökologischer Fertigung stammen, aber bitte trotzdem für einen glamourösen Auftritt sorgen.

Der Wunsch, grüne Oasen zu bewahren und auszubauen, verbunden mit der Bereitschaft, nachhaltig-alternative Wege zu gehen, lässt die einstige Industriestadt Berlin immer mehr zu einer grünen Metropole werden.

Dabei gibt es traditionell viel Grün in der Stadt. Rund 440.000 Bäume wurden offiziell gezählt. Mehr als ein Drittel der knapp 900 Quadratkilometer Stadtgebiet ist Grünfläche, die Hälfte davon Wald. Das hat auch mit der Geschichte der Stadt zu tun. Parks wie der Tiergarten oder der Schlosspark Charlottenburg wurden von den preußischen Königen angelegt. Im 19. Jahrhundert entstanden als grüne Inseln in der wuchernden Industriemetropole Arbeiter- und Schrebergärten, von denen es heute noch viele gibt. Als Berlin 1920 auf seine heutige Größe anwuchs, wurden mehrere Städte und Dutzende Dörfer mit allem Grün dazwischen eingemeindet. In der geteilten Stadt waren die Erholungsflächen überlebensnotwendig: Ohne sie hätten die eingemauerten West-Berliner die Teilung wohl nicht überstehen können. Seit dem Fall der Mauer werden Teile des früheren Todesstreifens für neue Radwege, Parks oder Gärten genutzt.

Eine Übersicht über Berlins Parks und Gärten gibt es unter www.visitBerlin.de/de/sehen/sightseeing/parks-gaerten.

IGA Berlin 2017 – Ein Mehr aus Farben

186 Tage urbanes Grün in Marzahn-Hellersdorf: Vom 13. April bis 15. Oktober 2017 widmet sich die erste Internationale Gartenausstellung in Berlin grünen Stadträumen und Kultur in vielfältiger Dimension. Die IGA auf dem Gelände rund um die Gärten der Welt, den Kienberg und das Wuhletal wird internationale Gartenkunst erlebbar machen und neue Impulse für zeitgemäße Stadtentwicklung setzen. Eine Seilbahn, die über das Ausstellungsgelände schweben wird, und eine Sommerrodelbahn am 100 Meter hohen Kienberg sind ebenfalls geplant. Die nachhaltig entstehende Parklandschaft „Kienbergpark“ rund um das Ausstellungsgelände wird nach der IGA kostenfrei zugänglich sein. Neben umfangreichen Angeboten für Garteninteressierte wird es auch ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm und Aktivitätenangebot für Groß und Klein rund um das Thema urbanes Gärtnern geben. Aktuell finden bereits Informationsveranstaltungen und Führungen über das Gelände statt.

Grüne Projekte
Von ökologischem Wohnen und Arbeiten

Ein ungewöhnliches Projekt am Spreeufer in Friedrichshain wird gerade geplant: das „Eckwerk“, ein Wohn-, Arbeits- und Freizeitquartier. Das Gebäudeensemble aus fünf Hochhäusern aus Holz soll zwischen 400 und 500 Wohnungen vor allem für Studenten und Räume für Start-ups beherbergen. Die Vision: Die energetisch optimierten Hochhäuser sind durch einen „Bergpfad“ verbunden, auf dem Bewohner und Besucher durch die Gebäude bis aufs Dach gelangen. Eine Fischzucht und ein Gemüsegarten sollen dort oben entstehen, um die Projektkantine mit frischen Lebensmitteln zu versorgen. Das klingt ziemlich utopisch – und ist typisch Berlin.

Das „Eckwerk“ wird sich auf dem Holzmarkt-Areal befinden, das bis 2010 Standort des berühmten Techno-Clubs „Bar 25“ war. Da das Gelände nach der Schließung verkauft werden sollte, suchten sich die Bar 25-Betreiber einen finanzstarken Partner, nahmen am Bieterwettbewerb teil und bekamen – für viele Beobachter überraschend – den Zuschlag zur Entwicklung des Areals. Der Holzmarkt Genossenschaft geht es nicht nur um ein originelles Immobilienobjekt, sie will hier urbane Utopien verwirklichen. Die Macher wollen Wirtschaft, Kultur und Natur zusammenbringen, dafür stehen das „Eckwerk“, ein kreatives Dorf und ein öffentlicher Park. Der Mörchenpark, ein nachhaltiger Gemeinschaftsgarten, das Restaurant Fame und der Club Kater Blau stehen Gästen bereits jetzt offen.

Beete und Gärtner

Wie gut öffentliche Mitmach-Parks funktionieren können, zeigt das Himmelbeet in Wedding. Es ist ein Treffpunkt für Anwohner und Besucher, die dort gemeinsam Obst und Gemüse anbauen. Die Erträge werden vor Ort verkauft, die Einnahmen in Kulturevents investiert. Weitere urbane Gärten im Überblick unter anstiftung.de/urbane-gaerten/gaerten-im-ueberblick.

Im Zuge der Guerilla-Gardening-Bewegung tragen immer mehr Bewohner dazu bei, kleine grüne Oasen in der Stadt zu schaffen. Ob auf dem Mittelstreifen einer Hauptstraße, in vernachlässigten Pflanzkübeln oder auf so genannten „Baumscheiben“ rund um die Stadtbäume – überall ist Platz für ein paar Blumen. Besonders einfallsreiche Gärtner nutzen sogar mit Erde gefüllte Einkaufswagen als mobile Beete.

Urban Gardening liegt jedoch nicht nur im Freien im Trend. Wer denkt, dass Gärtnern in geschlossenen Räumen nicht geht, liegt falsch. InFarm in Kreuzberg ist Spezialist für Indoor Farming und züchtet auf 310 m² Pflanzen und Kräuter, die unter anderem an Restaurants, wie das Neni, vertrieben werden.

Eisenbahnschienen zu Blumenwiesen

Der Park am Gleisdreieck ist ebenfalls aus der Umnutzung einer früheren Verkehrsfläche hervorgegangen. Auf dem Gelände rund um den gleichnamigen U-Bahnhof rollten früher Eisenbahnzüge. Das 1903 gebaute U-Bahn-Viadukt, das durch den Park verläuft, verbindet Tiergarten mit den südlichen Bezirken Schöneberg und Kreuzberg. In der Nachkriegszeit plante man hier eine Autobahn, doch auch in diesem Fall setzten sich die Anwohner durch, die sich seit den 70er Jahren für einen Park engagierten. Seit seiner Eröffnung 2011 bildet er ein grünes Gegenstück zum Potsdamer Platz, 2013 wurde auch der Westteil des Parks fertiggestellt. Die neu angelegten, von Baumreihen umschlossenen Rasenflächen ergänzen die über Jahrzehnte auf dem Bahngelände herangewachsene Vegetation aus Moosen, Gräsern, Blumen, Robinien, Eichen, Birken und Götterbäumen. Eine alteingesessene Schrebergartenkolonie wurde in den bestehenden Park integriert. Entstanden ist ein Paradestück für gelungenen zeitgemäßen Landschaftsbau, vor der urbanen Kulisse aus Hochbahn und Hochhäusern. Rastplatz im Westpark: Das Öko-Café Eule serviert hausgemachte Kuchen und Limonaden.

Auch ehemalige Industrieanlagen sind in Berlin Heimstatt für ökologische, soziale und kulturelle Projekte geworden, etwa die ufaFabrik in Tempelhof. Schon 1979 gründeten engagierte Berliner hier ein nachhaltig ausgerichtetes Kultur- und Sozialzentrum. Die Energie stammt aus Blockheizkraftwerken auf dem ehemaligen Fabrikgelände, einige Dächer wurden begrünt und Regenwasser wird in Brauchwasser umgewandelt, was den Trinkwasserverbrauch erheblich reduziert. In ähnlicher Weise entwickelt sich die Malzfabrik in Schöneberg nachhaltig weiter. Zum Areal der historischen Mälzerei gehören ein Gewächshaus und eine urbane Fischfarm, die zusammen die größte innerstädtische Aquaponik-Farm Europas sind. In der 1.800 Quadratmeter großen Anlage will der Betreiber ECF jährlich 25 Tonnen Fisch und 30 Tonnen Gemüse produzieren. Die Malzfabrik ist ein ökologisches Vorzeige-Projekt, denn die verbrauchsnahe Produktion sorgt nicht nur für frische Produkte, sondern spart auch noch jede Menge Transportenergie.

Nachhaltig bauen, wohnen und übernachten
Das Gebäude von heute denkt mit

Wer sehen will, wie schön und praktisch nachhaltiges Bauen sein kann, der ist in Berlin am richtigen Ort. Der Mauerstreifen und zahlreiche andere Brachen haben Architekten in den vergangenen Jahren viel Platz geboten, um ihre Visionen zu verwirklichen. Entstanden sind Bauwerke mit geringem Energieverbrauch und kluger Ressourcennutzung, die ein gesundes Umfeld zum Wohnen und Arbeiten bieten. Das beginnt schon bei Berlins prominentestem Gebäude: dem Reichstag. Die von Norman Foster entworfene Glaskuppel funktioniert als Tageslichtsystem, Energie kommt unter anderem aus einem komplexen Kälte- und Wärmespeichersystem im Grundwasser. Auch der Rest des Regierungsviertels erfüllt modernste Anforderungen bezüglich Ressourcenschonung und Umweltschutz. Das Jakob-Kaiser-Haus etwa hat nicht nur ein begrüntes Dach mit Fotovoltaik-Zellen, sondern auch eine spezielle mehrschichtige Glasfassade, die für Wärmedämmung sorgt.

Auch „unpolitische“ Berliner Gebäude stehen ganz im Zeichen des Klimaschutzes. International gefeiert wurde die durchdachte Architektur des von Sauerbruch Hutton entworfenen GSW-Hochhauses in der Kreuzberger Rudi-Dutschke-Straße. Die Energiesparfassade besteht aus vielen in zarten Rottönen schillernden Sonnenschutzlamellen, die ein subtiles Farbenspiel schaffen. Ein anderes Beispiel für umweltbewusstes Bauen ist die ebenfalls von Norman Foster entworfene Philologische Bibliothek der Freien Universität in Berlin-Dahlem. Das sogenannte „Berlin Brain“ verbindet Ästhetik mit Klimaschutz. Die gesamte Elektro- und Heizungsenergie stammt zum Beispiel aus Rapsöl-betriebenen Motoren.

Im Schatten des Schöneberger Industriedenkmals Gasometer entsteht mit dem „Euref-Campus“ ein intelligentes Stadtquartier. Ökologisch und ökonomisch nachhaltige Ideen sollen den Büro- und Wissenschaftsstandort zu einem europäischen Zentrum für Innovationen und Zukunftsprojekte machen. Die Nutzung regenerativer Energiequellen wie Solar- und Windenergie, Biogas und Geothermie und ein lokales „Micro Smart Grid“ sorgen für niedrige Energiekosten und geringen CO2-Ausstoß. Zum Areal gehört auch ein Erprobungszentrum für Elektromobilität. Auf dem rund 55.000 Quadratmeter großen Gelände sollen in den nächsten Jahren 25 Gebäude und bis zu 5.000 Arbeitsplätze entstehen.

Effiziente Häuser und umweltfreundliche Hotels

Wie die Berliner vielleicht in Zukunft wohnen werden, wird derzeit im so genannten „Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität“ erprobt. Das vom Bundesbauministerium errichtete Forschungsobjekt vereint auf 130 Quadratmetern Wohnfläche die neuesten Errungenschaften auf dem Gebiet der Energieeffizienz. Dank Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage produziert das Haus mehr Strom als seine Bewohner verbrauchen. Die Energie, die das Haus erzeugt, wird gespeichert und kann dazu genutzt werden, Elektrofahrzeuge an der hauseigenen Ladestation zu betanken. Das Haus wird phasenweise von Testfamilien bewohnt, zu anderen Zeiten steht es Besuchern offen.

Leben in über vier Metern Höhe: Im Wohngebiet an der Krummen Lanke sind in den letzten Jahren zwei Urban Treehouse-Baumhäuser entstanden. Sie bieten auf 24 m² einen Wohn- und Schlafraum mit Küche, ein Bad mit Regendusche und eine Terrasse. Die Idee: Durch das Leben im Grünen soll ein neuer Bezug zur Natur hergestellt werden. Die Baumhäuser können seit 2015 auch für kurze Aufenthalte gemietet werden.

Berlin hat die modernste Hotellandschaft Europas – kein Wunder, dass sich hier auch Häuser finden, die sich über ihre Nachhaltigkeit profilieren. Das 2012 eröffnete Almodóvar im Szenebezirk Friedrichshain nennt sich „Biohotel“ und achtet auf kleinste Details: nur Bio-Lebensmittel, Möbel aus nachhaltig angebautem Holz, ausschließlich zertifizierte Naturkosmetik im Badezimmer. Andere Hotels, die schon länger existieren, wie z.B. Steigenberger oder Maritim proArte, bemühten sich erfolgreich um Bio-Zertifizierung. Scandic Hotels versteht sich als nachhaltige Hotelkette des Nordens und hat 2010 ein 563-Zimmer Haus am Potsdamer Platz eröffnet. Der umweltbewusste Neubau wurde mit mehreren Auszeichnungen bedacht. Zudem bietet das Scandic „Green Meetings“ und umweltfreundlichen Service.

Eine Bustour rund um nachhaltiges Bauen haben die auf Berliner Architektur spezialisierten Stadtführer von „Ticket B“ entwickelt. Die 8-stündige Tagesrundfahrt schließt auch Innenbesichtigungen einiger besonders innovativer Gebäude mit ein. Alternativ ist die Tour als 4-stündige Halbtagesfahrt buchbar.

Green Meetings in Berlin

Mit zunehmendem Umweltbewusstsein steigt nicht nur die Nachfrage nach umweltfreundlichen Hotels, sondern auch nach Veranstaltungsorten. Das Berlin Convention Office (BCO) von visitBerlin hat diesen Trend erkannt und gemeinsam mit dem Convention Partner e.V. einen einzigartigen Internet-Auftritt entwickelt. Auf der „Berlin – Green Meetings“-Plattform ist eine Vielzahl von Berliner Hotels und touristischen Anbietern aufgeführt, die bereits aktiv ökologisch nachhaltige Maßnahmen umsetzen und sich zu einem verantwortlichen Einsatz von natürlichen Ressourcen zugunsten der Umwelt verpflichtet haben. Nutzer erhalten nicht nur einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Dienstleister, sondern ebenfalls interessante Fakten zum grünen Berlin.

Grüner Genuss
Kein Fisch, kein Fleisch – aber lecker

Döner, Currywurst und Buletten stehen in Berlin traditionell weit oben auf der Liste der Lieblingsspeisen. Doch die Gastronomie wandelt sich und immer mehr Restaurantchefs achten beim Einkauf auf biologisch und regional angebaute Zutaten und setzen vegetarische oder vegane Gerichte auf die Karte. Und selbst an den Imbissständen breiten sich „Vöner“ (vegetarische Döner) und Biofleisch-Currywurst aus.

Seit Anfang 2016 hat die Hauptstadt auch ihren ersten veganen Fleischer. L’herbivore in der Petersburger Straße in Friedrichshain bietet alles, was das vegane Herz begehrt: Würstchen, Burger und „Fleisch“ aus Seitan, Soja und Tofu. Im Bistro können die Tellergerichte und saisonal wechselnden Angebote gleich vor Ort gekostet werden.

Dass vegetarische Küche in Berlin kein Nischendasein führen muss, sondern im Herzen der Berliner Ausgehszene angekommen ist, zeigt das „cookies cream“ schon seit 2007. Damals eröffneten Club-Veranstalter Cookie und Koch Stephan Hentschel das vegetarische Restaurant über dem „cookies“, einem der bekanntesten Clubs der Stadt. Erst tafeln, dann tanzen ist hier die Devise. Einige der Zutaten stammen aus dem eigenen urbanen Gemüse- und Kräutergarten im Hof. In Plastikkisten, die mit Ökoerde gefüllt sind, pflanzen sie hier Fenchel, Heidelbeeren und Urtomaten an. Regionaler geht’s nicht.

Im Prenzlauer Berg hat sich Josita Hartanto mit ihrem veganen Restaurant Lucky Leek in diesem Jahr einen Eintrag in den Guide Michelin erkocht. Ihr Können zeigt sie mit innovativen Geschmackskompositionen wie Aprikosen-Walnuss Köfte, Kürbismaultaschen an roter Zwiebel-Emulsion und Zitronengras-Crème-Brûlée.

Mit dem Daluma in Mitte ist jetzt auch der Super Food-Detox-Trend in Berlin angekommen. Super Foods haben einen höheren Nährstoffgehalt als andere Lebensmittel. In dem puristisch eingerichteten Ladencafe gibt es neben Power-Smoothies aus roter Bete, Gurke, Spinat, Limette, Kokoswasser, Spirulina-Algen und anderen entgiftenden Zutaten auch gesundes Frühstück und Hauptspeisen. Sie bestehen aus einer Basis aus Linsen, Pasta, Quinoa oder Reis mit verschiedenen Toppings, wie z.B. der süßsauren Mandel-Limette-Kombination. Alle Speisen und Getränke gibt es auch zum Mitnehmen.

Weitere vegane Restaurants und Cafés, in denen sich ein Besuch lohnt:
Laauma, Friedrichshain
Let it Be, Neukölln
Sun Day Burgers, u.a. im Mauerpark und der Markthalle Neun
Fast Rabbit, Prenzlauer Berg
Ohlala, Friedrichshain
Goodies, u.a. in Friedrichshain und Prenzlauer Berg
No Milk Today, Kreuzberg
Pêle Mêle, Neukölln
Freckles, Kreuzberg

Bio und Foodtrends

Wer gern Fleisch isst, findet in Berlin viele Restaurants, die ausschließlich ökologisch produziertes Neuland- oder Bioland-Fleisch verwenden. Zum Beispiel das Engelbecken am Lietzensee, das alpenländische Küche präsentiert. Dazu gehört Deftiges wie Leberkäs und Weißwürste, aber auch das Ruppiner Weidelamm aus Brandenburg. Das Lei e Lui in Moabit kocht mediterran-orientalisch und setzt dabei ganz auf Öko-Qualität: Nahezu 95 Prozent der Zutaten, die hier verarbeitet werden, stammen aus Biolandwirtschaft, bis hin zu den verwendeten Gewürzen.

Wer ohne Currywurst nicht leben will, bekommt auch die in der Bio-Version. „Witty’s“ am Wittenbergplatz, in der Nähe des KaDeWe, wurde 2003 als erster Bio-Imbiss Deutschlands gefeiert und verkauft dort noch heute Currywurst, Bratwurst und Pommes – alles bio-zertifiziert. Herzhaftes mit Biosiegel finden Burgerfans bei „yellow sunshine“ an der Wiener Straße in Kreuzberg. Das Besondere: Vom Mais- und Spinatbratling bis hin zu Sojafleisch, Räuchertofu oder Seitan ist der Belag ausschließlich vegetarisch. Wo es fleischlose Burger gibt, sind vegetarische Döner nicht weit: Die findet man im Friedrichshainer „Vöner“ in der Boxhagener Straße.

Weitere Ernährungstrends wie Clean Eating, bei dem natürliche, unverarbeitete Nahrung im Fokus steht, und Super Foods greifen die Restaurants The Bowl und Liquid Garden auf. Das Restaurant Culinary Misfits in Kreuzberg nimmt sich den Außenseitern unter den Lebensmitteln an, die aufgrund ihrer Form und Ästhetik in Supermärkten gar nicht mehr angeboten werden. Und Restlos glücklich ist der Name eines geplanten „Reste-Restaurants“ mit geretteten Lebensmitteln, die in die Tonne wandern sollten, obwohl sie noch essbar sind.

Dinner und Supper Clubs, Workshops und Events rund um das Thema Essen finden regelmäßig im Contemporary Food Lab in Mitte und im Agora Collective in Neukölln statt.

Beliebte Ökomärkte und ein Markthallen-Revival

Um Zutaten für die grüne Küche zu kaufen, müssen Köche und Berliner nicht ins Brandenburger Umland fahren, die regionalen Produzenten beleben Berlins Bio-Märkte. Obst und Gemüse, Fleisch, Käse und ofenfrisches Brot aus zertifiziertem ökologischem Landbau gibt es zum Beispiel auf dem Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg. Jeden Donnerstag baut der vielbesuchte Ökomarkt seine rund 50 Stände auf. Wärmende Schafsfelle, Kunsthandwerk oder dekorative Bett- und Tischwäsche aus Naturfasern sind hier ebenfalls erhältlich. Auch an anderen Tagen müssen Berliner und Besucher nicht auf frische, biologisch angebaute Agrarprodukte aus dem Umland verzichten: Auf dem Lausitzer Platz (Freitag) und dem Chamissoplatz (Sonnabend) werden weitere Biomärkte abgehalten, und die großen Wochenmärkte am Winterfeldtplatz (Mittwoch, Sonnabend) und am Maybachufer (Dienstag, Freitag) haben ebenso Demeter-, Bioland- und andere Ökoware im Angebot. Die ganze Woche geöffnet und ebenfalls regional-ökologisch orientiert ist die Marheineke-Markthalle im Kreuzberger Bergmannkiez.

Viel von sich reden gemacht hat in letzter Zeit die Markthalle Neun im Kreuzberger Wrangelkiez. Nach einer langen Zeit des Niedergangs, in der Discounter den Großteil der Fläche einnahmen, wurde die Markthalle vor wenigen Jahren durch engagierte Händler wiederbelebt, die hier Ökogemüse und gastronomische Spezialitäten anbieten, die auf Bioprodukten basieren. Sehr voll wird es jeden Donnerstagabend (17 bis 22 Uhr), denn der „Street Food Thursday“ zieht Berliner und Besucher in Scharen an. Die verschiedenen Stände treten mit ihren Köstlichkeiten in einen kulinarischen Wettbewerb, bei dem die Besucher die Gewinner sind. Auszug aus der Speisekarte: britische Pies, thailändische Tapioka Dumplings, mexikanische Tacos, Allgäuer Kässpatzen, nigerianisches FuFu.

In der wunderschönen Arminius-Markthalle in Moabit von 1891, die trotz Renovierung immer noch industriell-charmanten Charme versprüht, versorgen sich Anwohner und Insider mit nachhaltigen Leckereien wie italienischer Salami, hausgemachten Tartes, frischem Fisch oder Barbecue aus dem Smoker. Danach trifft man sich auf ein Glas Prosecco oder Brewbaker Craft Bier bei Thussi & Armin in der Hallenbar.

Vegane Feste und Märkte stehen in Berlin ebenfalls auf dem Programm: Jährlich findet das größte vegane Sommerfest Europas auf dem Alexanderplatz statt. Und der Green Market Berlin, Berlins erster veganer Lifestyle-Markt, lockt Besucher im Frühjahr und Herbst in die Arena Berlin.

Weitere Infos über Berlins Wochenmärkte und Markthallen unter www.visitBerlin.de.

Shoppen mit gutem Gewissen

Riesen-Biomärkte, vegane Kaufhäuser und Einkaufen ohne Verpackungsmüll
Prenzlauer Berg gilt heute als Lieblingskiez der Berliner „Lohas“ (Lifestyle of health and sustainability), also Menschen, die sich gesund ernähren und nachhaltig konsumieren. Entsprechend viele Angebote an Bio-Märkten, Öko-Mode-Boutiquen und Naturkosmetikstudios findet man hier. Doch der Gedanke der Nachhaltigkeit hat in der Stadt eine lange Tradition, die bis in West-Berliner Zeiten zurückreicht: Schon 1978 eröffnete in Kreuzberg der erste Bioladen.

Heute verfügt Prenzlauer Berg über den nach eigenen Angaben größten Biosupermarkt Europas. Schadstofffreie Bekleidung, Naturkosmetik, aber vor allem jede Menge ökologisch gesunder Lebensmittel gibt es bei LPG am Senefelderplatz. Das Sortiment umfasst 18.000 Produkte auf 1.600 Quadratmetern über zwei Etagen. Hier findet man 200 Sorten Bio-Wein, 180 Sorten Käse und einen geräumigen Obst- und Gemüsebereich, der dem Einkaufsbummel echte Marktatmosphäre verleiht. Auf die Kleinen wartet eine Krabbel- und Spielecke und zur Entspannung gibt es für die Mamas eine spezielle Frauenlounge.

Auch wer ganz ohne tierische Produkte leben will, kann in Prenzlauer Berg bequem einkaufen. 2011 eröffnete mit der ersten Veganz-Filiale der nach eigenen Angaben erste vegane Supermarkt Europas. Das Konzept, ausschließlich vegane Produkte anzubieten, kommt an. Mittlerweile gibt es zehn Veganz-Filialen, zwei davon im Ausland. Neben Lebensmitteln finden Kunden hier auch Bücher, Haushaltsprodukte und Naturkosmetik. In der gleichen Straße (Schivelbeiner Straße 35) können nachhaltig orientierte Kunden übrigens bei „avesu“ gleich auch vegane Schuhe kaufen.

Seit 2014 ist im Supermarkt Original Unverpackt der Name Programm: Alle Produkte werden verpackungslos angeboten, eingekauft wird mit wiederverwendbaren Beuteln und Vorratsgläsern. Das Sortiment bietet alles für den alltäglichen Bedarf, wie Lebensmittel, Reinigungsmittel und Beautyprodukte.

Gut aussehen und die Welt retten

Ökologisch bewusst einkaufen muss nicht mit dem Verzicht auf Luxus und Glamour einhergehen. Das zeigt zum Beispiel der jeweils zur Berlin Fashion Week organisierte „GREENshowroom“. Hier zeigen Berliner und auswärtige Labels mit hohen ökologischen Standards, dass man sich auch zum Welt retten stylish kleiden kann. Öko- und Modebegeisterte können sich die hochwertigen Kollektionen in den luxuriösen Suiten des Fünf-Sterne-Hotels Adlon Kempinski ansehen und vorführen lassen. Die parallel stattfindende Ethical Fashion Show Berlin setzt auf ökologisch produzierte moderne Streetfashion und Casualwear. Der Anspruch: Für die teilnehmenden Marken sind Ökologie und Ethik eine Selbstverständlichkeit. Eine Idee, die gut nach Berlin passt.

Das Label Umasan Healthstyle in der Linienstraße in Mitte war das erste Label weltweit, das zugleich vegan, ökologisch und fair handelt. Die Betreiberinnen verzichten auf alle tierischen Produkte und experimentieren stattdessen mit innovativen Fasern. Magdalena Schaffrin ist mit ihrem Engagement für nachhaltige sowie salonfähige Mode eine Vordenkerin und wurde dafür 2009 mit dem Berliner Umweltpreis in der Kategorie Wirtschaft und Innovation ausgezeichnet. Auch Shooting Star Daniel Kroh ist seit einigen Jahren in aller Munde. Der Berliner Designer kreiert Mode aus alter Arbeitskleidung – „ReClothings“ heißt sein Recycling-Projekt.

Christine Mayer, bisher erfolgreich mit einem Showroom in Berlin-Mitte vertreten, ist seit April 2015 mit Verkaufsevents und temporären Ausstellungen in der deutschen Hauptstadt präsent. Ihr Label steht für die Verschmelzung von Mode und sozialem Engagement sowie für die Transformation recycleter Materialien. Absoluter Hit sind Shirts aus Algen, die nicht nur lässig aussehen, sondern zugleich die Haut pflegen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Blog Fair-a-porter von Alex Bohn, der beweist, dass modischer Luxus kein Gegensatz zu fairer Produktion darstellt.

Mehr ökologische Mode gibt es hier:
Wesen, Neukölln
Möon, Kreuzberg
Love Eco, Friedrichshain

Naturkosmetik, die qualitativ mit den großen Marken mithalten kann: Und Gretel produziert hochwertiges Make-up mit natürlichen Inhaltsstoffen, glanzvollen Farben und langer Haltbarkeit. Dabei verwenden die zwei Gründerinnen Inhaltsstoffe, wie nur die Natur sie selbst zu bieten hat: Ohne synthetische Konservierung, ohne chemische Bestandteile.

Fair Trade, Upcycling, Do it yourself

Die Themen nachhaltig Wohnen und Schenken stehen bei „Schöner wär’s wenn’s schöner wär“ im Mittelpunkt. Das Sortiment des Concept Stores umfasst ökofaire Möbel, Wohnaccessoires, Spielwaren, Kindersachen, Schreibwaren und Taschen. Ein Vorreiter in Sachen grüner Wohnen ist „Green Living“ in der Kulturbrauerei. Wer möchte, kann sich hier von Bett bis Sofa und Lampe nachhaltig und stilvoll einrichten. Die Möbel werden soweit möglich schadstofffrei und aus regionalem Holz produziert.

Müll vermeiden und zugleich Schönes schaffen, das ist das Prinzip des Upcyclings. Zahlreiche Berliner Möbeldesigner und Modemacher haben sich dem Prinzip „Aus Alt mach Neu“ verschrieben. „uniic“ fertigt Tische und Wohnaccessoires aus dem Holz von gefällten Berliner Stadtbäumen. Die Designerin Anne Dettmer verwandelt alte Dielenböden in schöne Schlüsselbretter und das Label „rafinesse & tristesse“ nutzt Konservendosen als Ausgangsmaterial für Hocker und Kinderküchen.

Im „Upcycling Fashion Store“ in Mitte sind internationale Designer vertreten, die bereits getragene Kleider und Materialien wiederverwenden und dabei aufwerten. Ein solches Beispiel ist auch das Label „schmidttakahashi“, das am Paul-Lincke-Ufer in Kreuzberg sein Atelier hat. Die Kollektionen von Kaska Hass in ihrem Atelier am Legiendamm hingegen sind ein Mix aus Eco-Fashion und Haute Couture und sind wie etwa ihre bekannten Hochzeitsoutfits für die großen Momente des Lebens geschaffen.

Coole Sonnenhüte und Mützen aus alten Kaffeesäcken gibt es bei „upcycling deluxe“ in der Kastanienallee in Prenzlauer Berg. Einen ebenso kreativen wie ökologischen Anspruch hat „Dollyrocker“ in der Gärtnerstraße: Dort entstehen aus abgelegter Kleidung hübsche, bunte Kindersachen: Aus einem Herrenhemd wird ein Mädchenkleid, aus einem Handtuch eine T-Shirt-Borte. Auch der Do-it-yourself-Trend hat Berlin erfasst. Selber machen statt Industrieprodukte zu kaufen, ist das Motto. Eine der Pionierinnen der Bewegung in Berlin ist „Frau Tulpe“. Der Laden in der Veteranenstraße in Mitte verkauft alles für Menschen, die gerne nähen und bietet auch die entsprechenden Kurse dazu.

Nachhaltig entdecken

Wer die ganze Bandbreite des nachhaltigen Konsums entdecken will, kann sich auf dem Berliner Heldenmarkt umschauen. Die erste Verbrauchermesse rund um nachhaltigen Genuss, Konsum und energieeffiziente Technik präsentiert jährlich im Herbst rund 100 Aussteller.

Phänomene wie Urban Gardening und Fair Fashion kann man bei Stadtführungen entdecken, die Öko-Trends aufspüren, zum Beispiel von goArt bzw. ID22. Die Agenturen, die sich auf die kreativen Seiten der Hauptstadt spezialisiert haben, bieten auf Anfrage eine Tour zum Thema „Green Design“. Wahlweise zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln geht es zu Orten, die für kreativen, ökologischen und fairen Lifestyle in Berlin stehen.

Die Tour „Zukunft Berlin“ von Berlin on Bike wirft einen Blick auf die Entwicklung der Stadt und bezieht dabei auch Nachhaltigkeit mit ein. Auf Wunsch kann das Thema auch ausführlicher behandelt werden.

Soziales Engagement

Eine Berlin-Reise machen und dabei Gutes tun: Das ist die Idee von Vostel – Volunteering in Berlin. Ob Sortierung von Lebensmittelspenden für die Berliner Tafel oder Mitarbeit im Altenheim für Tiere, Vostel unterstützt eine Vielzahl an Initiativen. Give Something Back to Berlin stärkt den sozialen Zusammenhalt von (Neu-)Berlinern: Die Plattform bündelt Initiativen und Such-Anzeigen, z.B. nach einem mehrsprachigen Fußballtrainer in Kreuzberg, und schafft so Raum für Partizipation und Miteinander.

Der Verein Über den Tellerrand kochen bringt Flüchtlinge und Berliner an einen Tisch und an einen Herd. In ungezwungener Atmosphäre wird gemeinsam gekocht und die andere Kultur kennengelernt. Gegen Berührungsängste kämpft auch querstadtein: Ehemalige Obdachlose zeigen auf Führungen ihr Berlin, in Kürze sind auch Touren mit Flüchtlingen geplant.

Sauber unterwegs
Auszeit fürs Auto

Rund die Hälfte aller Berliner Haushalte kommt ohne Auto aus und nutzt stattdessen das vorbildliche Nahverkehrssystem, um Tag und Nacht im ganzen Stadtgebiet mobil zu sein. Die Berliner Verkehrsbetriebe tun einiges, um ihr Liniennetz nachhaltig zu gestalten: Einige Omnibusse sind bereits mit Wasserstoffverbrennungsmotoren unterwegs und auch die ersten Elektrobusse rollen durch die Stadt. Die Straßenbahnen fahren auf eigens angelegten Rasengleisen, die Luft- und Lärmbelastung reduzieren. Auch Besucher sind mit U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn und Bus umweltfreundlich unterwegs: Wer sich mehrere Tage an der Spree aufhält, kann auf das praktische und kostengünstige Erlebnisticket von visitBerlin, die Berlin WelcomeCard, zurückgreifen: Diese ermöglicht die freie und flexible Nutzung des öffentlichen Personen-nahverkehrs und bietet zudem Rabatte bei rund 200 touristischen Highlights der Metropole.

Unübersehbar beliebt bei den Bewohnern der Stadt ist das Carsharing. Mit einer App lässt sich stets ein Auto in der Nähe finden und binnen Minuten mieten. Der Umweltvorteil: Das Auto wird nur genutzt, wenn es wirklich gebraucht wird. Zu den Anbietern gehören beispielsweise DriveNow, Car2go oder Multicity.

Berlin fährt elektrisch

Die Hauptstadtregion ist auch ein wichtiger Entwicklungsstandort für Elektromobilität. Seit April 2012 ist Berlin-Brandenburg ein von der Bundesregierung gefördertes „Schaufenster Elektromobilität“, von denen es deutschlandweit vier gibt. In dem Pilotvorhaben werden Elektrofahrzeuge im Alltag erprobt und die Infrastruktur verbessert. DriveNow zählt auch 40 Elektro-Fahrzeuge zur Berliner Fahrzeugflotte. Und seit 2015 findet mit dem Formel E-Rennen ein ökologisches Autorennen statt: Elektroboliden fahren hier um die Wette.

Radeln oder geradelt werden?

Noch umweltfreundlicher ist das bei den Berlinern überaus beliebte Fahrrad. Mehr als zwölf Prozent aller Wege werden in Berlin damit zurückgelegt, auf einem mehr als 1.000 Kilometer langen Fahrradwegenetz. Ein schickes Fahrrad ist für viele Berliner ein weitaus wichtigeres Statussymbol als ein Auto, auf das viele verzichten. Ob Fixie, Retro-Rennrad, Holland- oder Lastenrad: Immer mehr Läden haben spezielle Angebote für individuelle Wünsche. Einen Überblick über die neuesten Lifestyle-, Fashion- und Technik-Trends rund ums Rad bieten im Frühjahr die Messen „Berliner Fahrradschau“ und „Velo Berlin“.

Wer sich in Berlin sein Fahrrad selbst zusammenstellen (lassen) will, ist bei den Fahrrad Concept Stores Berlin Bamboo Bikes und Standert an der richtigen Adresse. In Workshops lassen sich wunderbare Bambus-Fahrräder bauen; bei Standert werden echte Berlin-Räder designed, konstruiert und in einem Showroom mit angeschlossenem Café verkauft.

Auch Berlin-Besucher begeistern sich zunehmend für die umweltgerechte Variante der Fortbewegung. Zahlreiche Unternehmen haben daher Entdeckungstouren per Fahrrad im Programm. Berlin on Bike oder die Fahrradstation bieten geführte Fahrten zu Themen wie Architektur und Stadtgeschichte an. Fat Tire Bikes hat ein ähnliches Angebot, das sich gezielt an englischsprachige Besucher wendet. Wer die Stadt ohne Führung erkunden will, kann bei den meisten dieser Anbieter auch Fahrräder für einen oder mehrere Tage mieten. visitBerlin stellt mehr als 50 kostenfreie Tourenvorschläge mit integrierten Karten zur Verfügung.

Wer es umweltbewusst mag, ohne selbst in die Pedale zu treten, kann auf das Velotaxi zurückgreifen: Die modernen Citycruiser sind mit einer Kabine aus 100 Prozent recyclebarem Polyethylen verschalt, in der sich zwei Fahrgäste bequem durch Berlin chauffieren lassen können, angetrieben allein durch die Muskelkraft des Fahrers. Der Anbieter Berlin Rikscha Tours setzt auf traditionelle asiatische Fahrradrikschas und bietet sogar Hochzeitsfahrten in einem weiß geschmückten Gefährt an.

Umweltfreundlich übers Wasser

Die Reederei Riedel zählt seit diesem Jahr die SunCat, das erste solarbetriebene Fahrgastschiff Berlins, zu ihrer Flotte. Im Solarboot quer durchs Regierungsviertel und über den Landwehrkanal geht es auch bei der Rundtour von Solarpolis. Fahrgäste erfahren nebenbei einiges über die Nutzung von Sonnenenergie im Berliner Alltag. Mieten und selber fahren – sogar ohne Führerschein – kann man auch die Solarboote von Solar Water World. Die Zentrale in Köpenick ist der perfekte Startpunkt, um die südöstlichen Wasserwege wie Dahme oder Müggelsee leise und emissionsfrei zu erkunden. Für bis zu zwölf Personen stehen Cruiser und sogar ein Solar-Hausboot zur Verfügung.

Noch näher am Wasser ist man bei den Touren von Der Kanutourist und backstagetourism. Die Verleihe bieten geführte Kanu-Touren durch Berlin an. Vom Kayak aus betrachtet bekommen Sehenswürdigkeiten wie das Schloss Charlottenburg und der Molecule Man eine ganz neue Perspektive.

Mehr Informationen auf visitBerlin.de.

(36.000 Zeichen)

AnhangGröße
Berlin - Stadt der grünen Trends186.69 KB