Zeitgenössisches Sprechtheater im ältesten Konzertsaal Berlins
Nach den Plänen des Architekten Karl Friedrich Schinkel erhielt die Sing-Akademie zu Berlin mit diesem Gebäude 1827 ihren eigenen Konzertsaal. Bis zur Zerstörung des Hauses im 2. Weltkrieg fanden hier die Konzerte des ältesten gemischten Berliner Chores statt. Erst nach dem Krieg wurde der klassizistische Bau als Sprechtheater eröffnet.
Seit 1952 wird hier unter dem Namen Maxim Gorki Gegenwartstheater aufgeführt. Ursprünglich standen vornehmlich Texte des russischen und sowjetischen Realismus auf dem Spielplan, aber auch die Uraufführungen von Heiner Müllers „Die Korrektur“ oder Alfred Matusches „Nacktes Gras“. Im Laufe der Jahre behauptete sich am Maxim Gorki Theater zunehmend ein Bühnenprogramm, das sich kritisch mit den Problemen der Gegenwart auseinandersetzte.
Auch unter dem jetzigen Intendanten Armin Petras wird die Tradition des Ensemble- und Autorentheaters am Gorki fortgeführt. Junge Regisseure wie Tillmann Köhler oder Felicitas Bruckner erarbeiten zeitgenössische Inszenierungen klassischer ebenso wie aktueller Dramatik. Zum Schauspielerensemble gehören derzeit u.a. Peter Kurth, Regine Zimmermann und Hilke Altefrohne, die von namhaften Kollegen wie Fritzi Haberlandt oder Jens Harzer unterstützt werden.
Neben dem klassischen Sprechtheater gehören auch Gastveranstaltungen wie das Musikkabarett von Rainald Grebe, szenische Lesungen oder Vortragsreihen zum Programm. Die große Bühne des Theaterhauses, das in Berlin-Mitte direkt hinter der Neuen Wache am Prachtboulevard Unter den Linden liegt, hat eine Kapazität von 440 Sitzplätzen. In der kleineren Studiobühne gleich nebenan werden in Ur- und Erstaufführungen sowie Lesungen oder Performances neue Formate erprobt und diskutiert.
Infos für Schulklassen
Zur Vorbereitung eines Theaterbesuchs finden für Schulklassen Workshops statt, die in der Regel von 10 bis 14 Uhr stattfinden. Diese können mit Bühnenführungen kombiniert werden. Auch Gespräche mit den Künstlern vor oder nach Vorstellungen sind möglich. Eine telefonische Anmeldung ist notwendig. Ab einer Anzahl zehn Personen kosten die Karten für Schulklassen acht Euro.
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