Staatsbibliothek

Eine Bibliothek – zwei Häuser

©Manfred_Brueckels
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)

Mit zehn Millionen Bänden ist die Staatsbibliothek die größte Universalbibliothek Deutschlands. Und in ihrem Bestand verfügt sie über zahlreiche kostbare Sondersammlungen, darunter Partituren von Bach, Mozart und Beethoven, Nachlässe von Herder und Chamisso, das Decamerone von Boccaccio, handgezeichnete Karten aus China und Japan und sogar ein Fragment eines ägyptischen Totenbuches aus dem Neuen Reich aus dem 12. Jahrhundert vor Christus.

Die Geschichte der Staatsbibliothek ist wechselhaft und reicht weit zurück: Nachdem die Alte Bibliothek am Forum Fridericianum für die Sammlung der Preußischen Staatsbibliothek, der einstigen Königlichen Bibliothek, zu klein geworden war, ließ Kaiser Wilhelm II. das Akademiegebäude von 1743 abreißen und zwischen 1903 und 1914 von dem Architekten Ernst Ihne einen repräsentativen Neubau errichten.

Nach dem Mauerbau wurde vom West-Berliner Senat 1964 ein Wettbewerb für eine Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße (als Ersatz für die im damaligen Ost-Berlin befindliche Alte Staatsbibliothek) ausgeschrieben. Hans Scharoun gewann ihn. Die Bauarbeiten begannen 1967, doch das mächtige „Bücherschiff“ wurde erst 1978, sechs Jahre nach dem Tod des Architekten, eröffnet.

Im Januar 1992 konnten die beiden Staatsbibliotheken in Ost- und Westberlin institutionell zusammengeführt werden. Der seither geführte Name ist Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz.