Nun aber Schloss!
Nun aber Schloss!
Steglitz und Shopping, das hat Tradition. Bereits vor gut 100 Jahren gab es am Beginn der Schloßstraße einen großen Wochenmarkt. Heute ist die Lebensader des Bezirks ein Shopping-Paradies für alle Berliner und Besucher, die zweitgrößte Einkaufsstraße in der Hauptstadt nach dem Kurfürstendamm.
Das älteste Einkaufszentrum Deutschlands
1970 wurde auf dem Gelände des alten Wochenmarktes das Forum Steglitz eröffnet. Damals war das 32.000 Quadratmeter große Einkaufszentrum das erste Shop-in-Shop-Einkaufscenter Deutschlands. Allmählich wuchs die Schloßstraße zu einer Shoppingmeile heran. Der letzte große Neuzugang: Das Schloss, ein historisierendes Shopping-Center mit 4000 Quadratmetern, in dem auch drei Radiosender ihre Studios haben.
Ein Gutshaus wurde zum Schloss
Doch warum trägt die beim Volk so beliebte Shopping-Meile eigentlich einen so adeligen Namen? Das ist dem Berliner Volksmund zu verdanken: 1804 bezog der spätere Justizminister Friedrich Wilhelms III., Carl Friedrich von Beyme, sein dortiges Herrenhaus. Schon bald trug es den Beinamen Beyme-Schlösschen. Heute kennt man es eher als Wrangel-Schlösschen, denn der gleichnamige Feldmarschall urlaubte dort öfter. Offiziell heißt es allerdings Gutshaus Steglitz und zählt zu den letzten erhaltenen Bauzeugnissen des preußischen Frühklassizismus. Es befindet sich am Ende der Schloßstraße, damals mitten im Dorf Steglitz.
Stars bei Didi im Theater
Gleich nebenan findet man das Schlosspark Theater. 2009 Jahr hat der Schauspieler und Kabarettist Dieter „Didi“ Hallervorden das traditionsreiche Haus wiedereröffnet. Er bietet auf der Bühne, die zuvor einige Jahre leerstand, gehobenes Unterhaltungstheater mit Stars. So unterschiedliche TV-Gesichter wie Uwe Ochsenknecht, Robert Atzorn oder Claude-Oliver Rudolph unterstützen den privaten Theatermacher mit Auftritten zu einem Bruchteil ihrer Fernsehgagen. Warum? Weil es ihnen Spaß macht! Und das merken auch die Zuschauer.
Ein Bierpinsel für Architekturfans
Das brandenburgische Pfarrdorf Stegelitz wurde 1242 erstmals erwähnt, 1839 erhielt Steglitz einen eigenen Bahnhof an der Eisenbahnstrecke Berlin–Potsdam, 1920 wurde es eingemeindet. Ein umstrittenes Markenzeichen ist das 1976 eröffnete und 46 Meter hohe Turmrestaurant Steglitz. Pop-Architektur-Fans verehren den ungewöhnlichen Bau, der Volksmund gab ihm allerdings schon bald den Spottnamen Bierpinsel. International bekannte Street-Art-Künstler haben ihn dieses Jahr bemalt und in ein riesiges Kunstwerk verwandelt.
Und zum Schluss: Eine traditionelle Currywurst
Wer nach der Vorstellung seinen Kunsthunger gestillt, aber noch leiblichen Hunger spürt, fährt nur einige Autominuten weiter zu Krasselt’s Imbiss. Dort wird die Currywurst noch stilecht in zwei Hälften geschnitten und mit Holzspießen serviert. Dazu gibt es eine Soße, für die sich der Chef beim Anrühren angeblich einschließt. Vermutlich ist dieses Rezept das Einzige, was man im Shopping-Paradies Steglitz nicht kaufen kann.
- Anmelden um Kommentare zu schreiben







