Minimalismus und Extravaganz

Minimalismus und Extravaganz

Berliner Designhotels liegen voll im Trend.
© Kudamm 101

Die Linien sind gerade und ohne Schnörkel, die Konzentration liegt auf dem Wesentlichen: Mut zu beweisen und für seine Überzeugungen einzutreten, nachhaltiges Design und extravaganter Style gehören zusammen – das gilt für die gerade stattfindende Berliner Fashion Week genauso wie für die Berliner Hotelszene. Denn die Designhotels der Hauptstadt stehen den Modellabels in punkto Coolness, Eleganz und ökologischem Bewusstsein in nichts nach.

nhow Berlin: Gesprächsthema Nummer Eins

Von Außen ist es kantig und gläsern, von Innen kurvig und schrill. Vor ein paar Monaten hat das nhow Berlin geöffnet – und seitdem ist es Gesprächsthema in der ganzen Stadt. Denn der russische Architekt Sergej Tchoban und der amerikanische Designer Karim Rashid haben mit dem Haus an der Spree nicht einfach nur ein Design-Hotel entworfen – sondern eine einzigartige Verbindung von Musik, Kunst, Mode und Lifestyle geschaffen. Hier ein kräftiges Pink, dort ein zartes Blau, dazu jede Menge Gold und Silber – das Hotel ist ein fröhlicher Modemix aus strenger Architektur und verspieltem Design. Hier bringt der Room-Service auf Wunsch die E-Gitarre und den Verstärker aufs Zimmer. Denn zur Zauberformel des nhow gehört vor allem Kreativität – ein Konzept, das perfekt zum Rhythmus der Hauptstadt passt.

Von verspielt bis funktional

Auch das Best Western Premier Hotel Moa Berlin, das sich im Herzen Berlins, in der Nähe des Hauptbahnhofs befindet, hat erst im vergangenen November seine Pforten geöffnet. Wer durch sie hindurch tritt steht in einem riesigen, faszinierenden Atrium – mit Grünflächen, Wasserspielen und einer zwölf Meter hohen Glasdecke, die den Blick zum blauen Himmel freilässt. Ebenso beeindruckend wie der Innenhof ist das übrige Hotel: die raffiniert eingesetzten Farben und der moderne Look. Etwas klarer und funktionaler sind die Designs des Hotel Ku'Damm 101 und des Hotel Amano. Beide Häuser haben sich bewusst auf das Wesentliche reduziert. Durch die Adaption der Farbreihen des französischen Architekten Le Corbusier entsteht im Hotel Ku'Damm 101 eine natürliche Harmonie – wobei die futuristische Ausstattung des Hauses den Charme großzügiger Coolness versprüht. Im Hotel Amano hingegen finden sich golden glänzende Wände, samtbezogene Möbel und antike Teppiche. Oder mit anderen Worten: Eine absolut zeitgemäße Neuinterpretation des Stils der historischen Grandhotels.

Glamour der Zwanziger oder moderner Minimalismus

Auf den Reiz der Historie setzt auch das Ellington Hotel. Hier stehen die lässige Eleganz der Goldenen Zwanziger Jahre und jede Menge Glamour im Mittelpunkt. Das denkmalgeschützten Gebäude mit seiner einzigartigen, weitgehend original erhaltenen Fassade war einst ein Vergnügungspalast, in dem die Filmdiva Marlene Dietrich die neueste Mode vorführte und Jazzlegende Duke Ellington die Klaviertasten malträtierte. Inzwischen ist das edle Ellington selbst zu einer Berühmtheit geworden und gehört zu den Prunkstücken der Berliner Designhotels. Nicht weit von ihm entfernt befindet sich das Hôtel Concorde Berlin, das von dem preisgekrönten Berliner Architekten Jan Kleihues entworfen wurde. Das 17-stöckige Haus steuert wie ein riesiger Dampfer Richtung Kurfürstendamm. Seine Inneneinrichtung gleicht der aktuellen Kollektion des Berliner Modedesigners Michael Michalsky: Sie ist minimalistisch und extravagant zugleich. Das elegante Lichtkonzept und die warmen Farbtöne lassen eine absolut entspannte Atmosphäre entstehen – mit einem Hauch französischen Lebensgefühls.

Schlichte Ästhetik und hochwertiges Design

Die Wurzeln des Casa Camper Berlin Hotel liegen etwas weiter südlich, genauer gesagt: auf der Insel Mallorca. Denn dort ist der Sitz des international renommierten Schuhherstellers Camper, der für seine kultigen, ökologisch hergestellten Modeturnschuhe bekannt ist. Luxus ist für Camper etwas Einfaches, etwas Schlichtes, zu dem Ästhetik genauso dazugehört wie eine gesunde Lebensweise. Dieses Konzept hat der Schuhhersteller auf sein Hotel übertragen. Die Gäste finden hier eine stark reduzierte Ästhetik, die sich mit innovativer Funktionalität paart. Und sie finden in jedem der 51 Zimmer die bequemen Wabi-Slipper von Camper vor ihrem Bett. Etwas größer als das Casa Camper ist das „andel's Hotel Berlin“ – hier gibt es 557 Zimmer und Suiten. Das „andel's“ ist das größte Design-Hotel Berlins. Doch nicht nur das: Das Haus liegt mit seinem besonderen Farb- und Formenspiel perfekt im Trend der aktuellen Mode. Hochwertige Materialien, ein retro-modernes Ambiente, entworfen vom britischen Architektenbüro „Jestico + Whiles“. „Designed for changes“ lautet das Motto des „andel's“. Kein Wunder, dass den Gästen hier sogar eine „Fashion-Insiderin“ zur Seite gestellt wird, die mit ihnen auf Entdeckungstour durch die Berliner Szene- und Design-Läden geht.

Berlinale-Zeit ist Hyatt-Zeit

Wer auf der Suche nach den neuesten Mode-Trends ist, kommt natürlich auch am Grand Hyatt Berlin nicht vorbei – vor allem im Februar, wenn in der Hauptstadt Berlinale-Zeit ist. Unzählige Hollywood-Stars sind hier schon über den Roten Teppich gelaufen. Und den meisten von ihnen hat es beim Betreten der Lobby schlicht die Sprache verschlagen. Die hohen Decken und die in den Raum hineinragenden Glaspyramiden verleihen der Eingangshalle einen sakralen Charakter, der durch die vielen Holzoberflächen zugleich eine besondere Wärme ausstrahlt. Es ist eine schnörkellose Eleganz, die den Blick für das Wesentliche, das Authentische nicht verliert. So wie die anderen Berliner Designhotels setzt auch das Hyatt neue Maßstäbe in Sachen Design und Ästhetik.

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