Hohenschönhausen.

„Wo die Hohen schön hausen“

© Dombrowsky
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In Hohenschönhausen bilden gleich drei dicht nebeneinander liegende Seen ein leicht zu erreichendes Ausflugsziel. Elegante Villen und Landhäuser, die von renommierten Architekten wie Mies van der Rohe rund um den Ober-, Oranke und Faulen See errichtet worden sind, prägen den Charakter des Viertels. Kein Wunder, dass die Bewohner ihren Kiez gerne „Wannsee des Ostens“ nennen.

Mies van der Rohe Haus: Weite Fensterfronten zum See

Das Mies van der Rohe Haus wirkt auf den ersten Blick eher unscheinbar. Manche Besucher sollen sogar schon vorbei gelaufen sein. 1932 im Bauhaus-Stil angelegt, entwickelt es mit seinen rotbunten Mauerziegeln und weiten Fensterfronten, die auf den Obersee hinausweisen, vor allem bei näherem Hinsehen. Das heutige Kunsthaus ist das letzte Gebäude, das Ludwig Mies van der Rohe vor seiner Emigration nach Amerika (1938) auf deutschem Boden errichtet hat. Auftraggeber war das Fabrikantenehepaar Martha und Karl Lemke, das hier bis 1945 wohnte.

Ausstellungspavillon für Moderne Kunst

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erklärte die Rote Armee das Gelände um den Obersee und Orankesee zum militärischen Sperrgebiet. Die Familie Lemke musste die Villa verlassen, das Gebäude diente fortan als Garage für Fahrzeuge aller Art. Später, bis 1976, wurde der einstöckige Bungalow wiederum von einem Stasi-Oberstleutnant als Wohnhaus genutzt. In den letzten Jahren der DDR war hier in dem inzwischen reichlich verfallenen Gebäude eine Kantine des MfS (Ministerium für Staatssicherheit) untergebracht. Nach einer umfangreichen Sanierung in den Jahren ist die Villa Lemke heute ein Ausstellungspavillon für Moderne Kunst und wird von vielen Architektur-Fans besucht.

Landhäuser und Villen rund um den Obersee

Wer von hier aus weiter durch die Oberseestraße spaziert, versteht schnell, warum der Berliner Volksmund den Namen Hohenschönhausen früher mit „da, wo die Hohen schön hausen“ übersetzte. Weitere Land- und Wohnhäuser stehen auf der Denkmalliste. Die erste Villenkolonie entstand hier schon 1892, eine zweite folgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im alten Berlin wurde durchaus geschätzt, dass die Häuser in Alt-Hohenschönhausen im Vergleich mit anderen Berliner Vororten, ähnlich wie Steglitz, relativ hoch gelegen waren und deshalb auf gute Luftwerte kamen.

Im Wasserturm gibt es Kaffee und Kuchen

Das Trinkwasser erhielt die Villenkolonie übrigens bis zum Jahr 1922 von einem auf dem Lindwerderberg stehenden Wasserturm. Zwar wurde der Behälter schon 1933 wieder demontiert, aber seitdem prägt er das Landschaftsbild am Obersee. Heute lädt die „Bar im Wasserturm“ nachmittags zu einer kurzen Pause bei Kaffee und Kuchen ein (nach dem Winter öffnet die Bar wieder im März), abends gibt es hier Cocktails, Wein und Bier. Nachts wird der Sims der Turmspitze angestrahlt. Ein grüner Leuchtring zeigt an, ob die Bar geöffnet hat.

Europas größtes und modernstes Tierheim

Wer nach der Kaffee-und-Kuchen-Pause noch Zeit und Lust auf einen weiteren Spaziergang hat, geht am besten weiter in Richtung Nordosten durchs Grüne. Vorbei am S-Bhf Hohenschönhausen, geht es durch das ausgedehnte Falkenberger Luch. Kurz dahinter befindet sich das Tierheim in Falkenberg, das ein gelungenes Beispiel für zeitgenössische Architektur im neuen Berlin ist. Rund 30 Fußballfelder groß, ist Dietrich Bangerts futuristische Anlage aus Glas und Beton sogar schon als Filmset für den Science-Fiction-Film Æon Flux mit Charlize Theron genutzt worden. Es ist zudem eins der größten Tierheime in Europa. Auf dem Gelände einer ehemaligen Schweinemast-Anlage entstanden, bietet es Platz für 600 Katzen, 300 Hunde und weitere 300 Kleintiere. Und wer das Tierheim am Ende eines Ausflugs nach Hohenschönhausen besucht, kommt vielleicht nicht nur mit zahlreichen neuen Eindrücken nach Hause zurück, sondern eventuell auch mit einem neuen Haustier.

Wer Lust bekommen hat, Hohenschönhausen und die anderen Berliner Bezirke weiter zu entdecken, findet zahlreiche Kiez-Geschichten in unserem Reiseführer „Kiez erleben“, der online hier bestellt werden kann.

Adressen
Mies van der Rohe Haus: Oberseestraße 60
Sehenswerte Land- und Wohnerhäuser: z.B. Oberseestraße 50/52 und 76
Wasserturm am Obersee:
 Waldowstraße 20
Tierheim Falkenberg: Hausvaterweg 39

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    Mies van der Rohe Haus

    Galerie im 1932 erbauten Haus Lemke am Obersee.

    Oberseestraße
    60, 13053 Berlin - Hohenschönhausen
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