Berliner Hotels mit Geschichte(n)
Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose. Mag sein, dass Gertrude Stein damit Recht hatte. Aber ist ein Hotel auch ein Hotel ein Hotel? Nein, ganz bestimmt nicht. Denn ein gutes Hotel hat Charakter und Ausstrahlung. Und es ist einzigartig – weil es eine Geschichte hat.
Ellington Hotel Berlin
So wie das Ellington Hotel Berlin, das am Ende der Goldenen Zwanziger Jahre zwischen Kudamm, Zoo und KaDeWe entstand. Zuerst war es ein Bürogebäude mit integriertem Ballsaal. Nach dem Krieg zogen verschiedene Kabaretts in den so genannten „Tauentzienpalast“ ein und bald entstand Berlins bekanntester Jazz-Club: „Die Badewanne“. In ihr spielten selbst die großen amerikanischen Jazz-Stars wie Louis Armstrong, Ella Fitzgerald und Duke Ellington. Erst 2007 wurde der Palast zu einem der stilvollsten Hotels der Hauptstadt: das Ellington Hotel Berlin.
Best Western Grand City Hotel Berlin Mitte
Im gleichen Jahr eröffnete auch das Best Western Grand City Hotel Berlin Mitte, in dem zuvor Ersatzteile für Flugzeuge gebaut und Studenten gewohnt hatten. Ein Teil dieser Geschichte lässt sich noch heute am Design des Hauses erahnen: an der Gründerzeitfassade zum Beispiel oder an den sehr unterschiedlich gestalteten Zimmern, die mal klassisch, mal im modernen Industriedesign eingerichtet sind.
Leonardo Royal Hotel Berlin
Auch das Leonardo Royal Hotel Berlin war nicht immer ein Hotel. Das 1956 gebaute Haus diente zunächst als repräsentativer Verwaltungssitz des DDR Kombinats für Kraftwerksanlagenbau. Nach der Wende quartierte sich das Bundespolizeipräsidium in den dreiflügeligen Bau mit der Sandsteinfassade und dem Eckturm ein. Erst 2008 erfolgte dann eine erneute Grundsteinlegung und der Umbau zum Hotel: natürlich denkmalgerecht, unter Beibehaltung des wunderbaren Art Déco Stils.
Three Little Pigs
Das Hostel Three Little Pigs hingegen war schon immer ein Wohnort oder eine Art „Zufluchtsstätte“ – ganz wie in dem Märchen, in dem die drei kleinen Schweinchen Zuflucht vor dem bösen Wolf suchen und schließlich Schutz in einem Haus aus roten Ziegelsteinen finden. Auch das Three Little Pigs ist ein roter Backsteinbau. Anfang des 20. Jahrhunderts wohnten hier Handwerker und Gesellen, im Ersten Weltkrieg war das Haus ein Lazarett, nach dem Zweiten Weltkrieg Durchgangslager für Flüchtlinge. Seit 2006 ist es ein Hostel, in dem Gäste aus der ganzen Welt ihren Kopf zur sicheren Nachtruhe betten.
Alexander Plaza und Schlosshotel im Grunewald
Etwas feudaler sind die Geschichten des Alexander Plaza und des Alma Schlosshotel im Grunewald. Beide Hotels waren einst herrschaftliche Privatresidenzen, die Mitte des 19. Jahrhunderts bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurden. Im Schlosshotel Grunewald gab es derart großartige Feste, dass sogar Kaiser Wilhelm II. gerne vorbeischaute. Und vor dem Alexander Plaza spielte sich ein historisches Ereignis ab, das von der Regisseurin Margarethe von Trotta bereits verfilmt wurde. In der „Rosenstraße“, in der das Hotel steht, protestierten Ende Februar 1943 mehrere hundert Frauen gegen die Deportierung ihrer jüdischen Männer – und erreichten deren Freilassung. Beide Hotels wurden vor nicht langer Zeit neu gestaltet und präsentieren sich heute in einer Mischung aus dem Reichtum der Jahrhundertwende und elegantem, modernem Design.
The Westin Grand Berlin
Eine etwas kürzere Vergangenheit als andere Hotels hat das The Westin Grand Berlin – aber dafür war es immerhin schon immer ein Hotel. Es wurde Ende der Achtziger Jahre anlässlich der 750-Jahrfeier Berlins gebaut – als Vorzeigeobjekt der DDR-Interhotel-Gruppe. Und gerade erst hat man es im Beaux Art Stil renoviert und umgestaltet. Das Haus beeindruckt nicht nur mit seinem Standort in der historischen Mitte Berlins, auf der Friedrichstraße, sondern vor allem mit der größten Hotellobby der Hauptstadt – mit einer riesigen Freitreppe und einem Atrium mit farbiger Glaskuppel in 30 Metern Höhe. Das wissen vor allem die Gäste zu schätzen. Die Rolling Stones zum Beispiel. Oder der Dalai Lama.
Hotel Adlon Kempinski
Eine ähnlich illustre Gästeliste hat das Hotel Adlon Kempinski am Pariser Platz, in dem bereits seit mehr als 100 Jahren Könige und Kaiser residieren: der Zar von Russland, der Maharadscha von Patiala, aber auch Charlie Chaplin oder John D. Rockefeller. Dabei zählt das Adlon Kempinski seit jeher zur Hotel-Avantgarde: Bei der Eröffnung 1907 hatten alle Zimmer Elektrizität und fließend warmes Wasser. Und so wundert es kaum, dass Kaiser Wilhelm II. im Winter gern aus den zugigen Räumen seines Schlosses ins Adlon floh – weil dort die Suiten so gut beheizt waren. Bis kurz vor Kriegsende stand das Luxushotel völlig unbeschädigt am fast völlig zerstörten Pariser Platz; doch dann brannte es in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1945 aus. Nur ein Seitenflügel blieb erhalten, wurde bis 1984 als Hotel und Restaurant weiter genutzt und schließlich wegen Baufälligkeit abgerissen. Erst nach dem Fall der Berliner Mauer, in den Neunziger Jahren, entstand das heutige Hotel Adlon Kempinski. Es ist eine freie Neuschöpfung in Anlehnung an die klassischen Formen des Vorgängerbaus. Und es ist nach wie vor einzigartig.
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