Berlin ist grün

Berlin ist grün

Die Stadt mit den wenigsten Autos

Botanischer Garten – © Gary718 / Dreamstime.com

Es gibt in Berlin mehr als eine Million Autos. Und jedes Jahr fallen in der Hauptstadt mehr als eine Million Tonnen Müll an. Berlin eine Öko-Stadt? Klar, gerade deshalb! Denn jeder Berliner weiß genau, wie wohltuend es ist, im Schatten eines Baumes zu sitzen und die Ruhe zu genießen, wie wichtig Naturschutz und die eigene Gesundheit sind.

Es fängt schon damit an, dass Berlin in ganz Deutschland die Stadt mit den wenigsten Autos ist – zumindest wenn man den Durchschnittswert pro Einwohner berechnet. Kein Wunder, denn das Netz des öffentlichen Nahverkehrs der Hauptstadt ist perfekt ausgebaut: Jeden Tag fahren die Busse und Bahnen der Stadt einmal zum Mond und wieder zurück, um ihre Fahrgäste ökologisch zu transportieren.

Berlin ist eben grün. Das zeigt sich natürlich daran, dass unzählige Solarunternehmen in Berlin ansässig sind und die Weltmesse „Solar Energy“ in diesem Jahr bereits zum elften Mal ihre Pforten in der Hauptstadt öffnete, um neue Konzepte für regenerative Energie-Erzeugung und effiziente Energie-Nutzung zu präsentieren. Aber die grüne Seite Berlins wird selbst dort offenbar, wo man es nicht vermutet. In einem denkmalgeschützten und aufwändig sanierten Altbau in Berlin Mitte etwa befindet sich das „mitArt“ – das erste zertifizierte Bio-Hotel Berlins. Das 2005 eröffnete Haus hat seinen Betrieb vollkommen nach ökologischen Grundsätzen ausgerichtet: von umfangreichen Energiesparmaßnahmen, über Bio-Essen bis zu ökologisch abbaubaren Reinigungsmitteln. Ein Konzept, das inzwischen von vielen anderen Berliner Hotels übernommen wurde.

Oder die Berliner Öko-Friseure. Auf den ersten Blick ungewöhnlich, doch in Zeiten, in denen immer mehr Menschen unter Hautproblemen und Allergien leiden, nur konsequent. Und so lautet das Motto der Friseurin Bettina Molinari: „Umweltschutz ist Eigennutz“. Die Berlinerin verwendet in ihrem Friseurgeschäft weder chemische Desinfektionsmittel noch chemische Farb- oder Duftstoffe. Auf den Kopf kommen bei ihr nur absolut reine Pflanzenhaarfarben.

Genauso wichtig wie die richtige Körperpflege ist das, was in den Körper hinein kommt: das Essen. Oft muss es ja dabei besonders schnell gehen – doch selbst dann geht es in Berlin auch gesund. Zum Beispiel wenn man sich an einer der vielen Berliner Öko-Imbissbuden ein paar Bio-Pommes servieren lässt. Natürlich gibt es auch die berühmte Berliner Currywurst in der Öko-Variante. Und nicht zu vergessen: der Öko-Döner. Vor drei Jahren entschloss sich Ilker Halici, Chef eines kleinen Imbissladens in der Greifswalder Straße 32 in Prenzlauer Berg, den ewigen Gammelfleisch-Skandalen etwas entgegen zu setzen. Seitdem verkauft er Döner mit Neuland-Fleisch, also aus tiergerechter und umweltschonender Tierhaltung.

Der Verkauf von Öko-Lebensmitteln ist in Berlin seit Jahren an der Tagesordnung. Auf unzähligen Märkten verkaufen Biobauern aus dem Berliner Umland Obst und Gemüse. Es gibt Bio-Bäckereien wie den Charlottenburger „Brotgarten“, in dem täglich 30 verschiedene Sorten Bio-Brot gebacken werden. Es gibt die verschiedensten Naturkostläden und Naturkaufhäuser mit fair gehandelten und ökologisch hergestellten Produkten: von Kosmetikartikeln und Lederwaren bis zu Möbeln und Klamotten.
Apropos Mode: Berlin ist die Green-Fashion-Hauptstadt schlechthin. Nicht nur weil hier unzählige Labels wie Slowmo ihre Heimat haben, die auf ökologische und fair gehandelte Mode setzen, sondern vor allem weil Berlin mit „Thekey.to“ sogar eine „Internationale Messe für grüne Mode, nachhaltigen Lifestyle und Kultur“ besitzt. Berlin ist grün.