Mario und der Zauberer

Sprechtheater

Mario und der Zauberer

Tagestipp
– © Promo (general_use)

Sprache kann Verführung sein, Verführung kann zur Manipulation werden und Manipulation kann den freien Willen zerstören. In einer Schlüsselszene in Stephen Olivers Kammeroper Mario und der Zauberer wird das Vorhandensein der Willensfreiheit durch den Zauberer Cipolla in Frage gestellt. Olivers Werk basiert auf Thomas Manns gleichnamiger Novelle und überträgt die epische Erzählung zu einem dramatisch höchst dichten Werk. Manns Novelle stellt die Wirkungsweisen faschistischer Bewegungen dar und spielt im Italien des Mussolini-Regimes. In kleinen Schikanen zeigt sich ein »fremdenfeindlicher nationaler Gemütszustand« (Th. Mann) – auch in dem kleinen Badeort, in dem die Geschichte spielt

Doch erst im zweiten Teil der Oper, in einer eigentlich der harmlosen Unterhaltung gewidmeten Zaubervorstellung, wird deutlich, welche Mechanismen zu diesen Gemütszuständen führen und wie sie in Katastrophen münden. Der Engländer Stephen Oliver (1960-1992) war ein ausgesprochen produktiver Opernkomponist, der sich in Mario und der Zauberer einer höchst eindrücklichen, bisweilen drastischen Musiksprache bedient. Diese Oper ist eine beeindruckende theatrale Beschäftigung mit dem brisanten Thema der Massenverführung durch Suggestion und der Manipulierbarkeit des Menschen zum Mitläufer.

Weitere Termine: 20.04. 20:00, 23.04. 20:00, 24.04. 20:00, 29.04. 20:00, 30.04. 20:00

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© Berlin Bühnen

Staatsoper im Schiller Theater am 19.04.2016 um 20:00

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Staatsoper im Schiller Theater
Bismarckstr. 110
10625 Berlin Charlottenburg
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Nach: Bismarckstr. 110
10625 Berlin
20:00