Bauten der Politik
Nachdem das alte Diplomatenviertel nach dem Krieg jahrzehntelang brach gelegen hatte, ist nach dem Mauerfall wieder internationales Leben eingezogen: von A wie Austria bis Z wie Zypern. Ein Spaziergang durch das Viertel führt vom Pariser Platz zu den Botschaften Österreichs, Indiens, Ägyptens und Südafrikas sowie zu den Landesvertretungen von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Im Tiergarten-Dreieck ist dazu eine neue „Stadt in der Stadt“ entstanden: Neben der CDU-Bundesgeschäftsstelle und vielen Luxus-Apartments sind hier auch die fünf Nordischen Botschaften in einem Gebäudeensemble anzutreffen, das von einem haushohen Kupferband umschlossen ist.
Von der „Wohnschlange“ auf dem Moabiter Werder über das „Präsidentenei“ am Schloss Bellevue bis zur begehbaren Reichstagskuppel: An manche Namen und Orte des Regierungsviertels müssen sich auch die Berliner noch gewöhnen. Und doch ist 20 Jahre nach dem Mauerfall klar: Die Regierung ist wieder in Berlin angekommen.
Aus der Skyline über Berlin schon nicht mehr weg zu denken: Die gläserne Kuppel des Berliner Reichstages, der von dem englischen Architekten Sir Norman Foster aufwendig saniert und umgebaut wurde. Der 1884 bis 1894 entstandene Bau des Architekten Paul Wallots ist ein Spiegel der deutschen Geschichte. Die Historie wird auch vom städtebaulichen Gesamtkonzept „Band des Bundes“ der Architekten Axel Schulte und Charlotte Frank aufgenommen.