Botschaftsviertel

Botschaftsviertel

Die Länder der Welt in Berlin

– © Scholvien

Am Regierungssitz eines Staates unterhalten natürlich auch die Diplomaten der Länder der Welt eine Dependance. Deshalb wurde mit dem Ortswechsel der Bundesregierung von Bonn nach Berlin auch der Neubau oder Umzug von Botschaftsgebäuden notwendig.

Jahrzehntelanger Dornröschenschlaf

Nur wenige Botschaftsgebäude auf Westberliner Seite haben den Krieg und die 45 Jahre währende Deutsche Teilung (in der Bonn ja bekanntlich Regierungssitz war) überlebt und die Botschaften im Ostteil der Stadt entsprachen oft nicht mehr den gewachsenen Ansprüchen der nun kapitalistischen Bruderstaaten der DDR. Viele Botschaften wurden deshalb in den 1990er Jahren neu errichtet, einige von ihnen im sogenannten Berliner Botschaftsviertel, das schon vor dem Krieg bestand – in exquisiter Lage am Rand des Tiergartens.

Größenwahnsinnige Pläne für „Germania“

Die Nationalsozialisten sahen bei ihren größenwahnsinnigen Umbauplänen von Berlin zur „Welthauptstadt Germania“ auch repräsentative Standorte für die Botschaftsbauten ihrer damaligen faschistischen Verbündeten vor: die Gesandtschaften aus Österreich, Italien, Spanien und Japan durften als erste im neu eingefassten Botschaftsviertel am Südrand des Tiergartens ihre zeitgenössisch-monumentalen Repräsentationsbauten errichten.

Brachland am Mauerstreifen

Im zweiten Weltkrieg versank das zentral gelegene Botschaftsviertel in Schutt und Asche. Viele Ruinen der Botschaften standen jahrzehntelang ungenutzt (Berlin war ja keine Hauptstadt mehr) im Niemandsland kurz vor der Mauer.

Moderne landestypische Architektur

Nach dem Regierungsumzug bauten die Gesandtschaften nicht nur ihre alten Botschaftsgebäude wieder neu auf, sondern es entstanden zwischen dem Potsdamer Platz und dem Zoo auch viele neue Botschaftsgebäude, die mehr oder weniger ausgeprägt die Kultur und Architektur der Länder symbolisieren sollen. Als markante Beispiele sind der orientalisch anmutende Botschaftsbau der Vereinigten Arabischen Emirate oder der mit einer hohen grünen Kupfermauer umfasste Gemeinschaftskomplex der nordischen Botschaften zu nennen.