Opernstadt Berlin
Die musikalischen Anfänge Berlins
Man schrieb das Jahr 1570, als zum ersten Mal ein Berliner Orchester urkundlich erwähnt wurde: die „Kurfürstliche Hofkapelle“, die damit zu den ältesten Orchester weltweit gehört. Doch es dauerte noch etwas, ehe die eigentliche Erfolgsgeschichte der Berliner Musik begann. 1742 gründete Friedrich der Große die „Königliche Hofoper“, um endlich auch in Berlin ein Opernhaus auf dem Niveau der Dresdner Semperoper zu haben. Friedrich II., der selbst Flöte spielte und zahlreiche Sonaten für Flöte und Cembalo komponierte, führte die einstige Hofkapelle mit der neuen Hofoper zusammen. So kam das neue Orchester auf eine respektable Größe von etwa 50 Musikern – und wurde bald in ganz Europa bewundert und geschätzt.
Drei Opern für Berlin
Aus der „Königlichen Hofoper“ wurde Anfang des 20. Jahrhunderts die „Staatsoper Unter den Linden“, die ab 2010 für rund 240 Millionen Euro saniert wird. Bis zum Ende der Sanierung wird das Ensemble im Berliner Schillertheater spielen. Hinzu kommt die Deutsche Oper Berlin, die mit fast 2.000 Plätzen das zweitgrößte Opernhaus Deutschlands ist. Das Haus, das zwischen 1911 und 1912 gebaut wurde, pflegt heute das „große“ Repertoires des 19. Jahrhunderts: von Richard Strauss bis Richard Wagner und Giuseppe Verdi. Bleibt als drittes das kleinste der drei Berliner Opernhäuser: die Komische Oper Berlin. Dort wird vor allem zeitgemäßes und lebendiges Musiktheater in deutscher Sprache aufgeführt.
Orchester und Chöre
Dass Berliner schon immer eine Menge Spaß beim Musizieren hatten, lässt sich noch heute an einer einfachen Zahl ablesen: Es gibt in der Hauptstadt 236 Laienchöre mit mehr als 10.000 Mitgliedern. Und dass die Berliner bei ihren musikalischen Darbietungen in der Weltspitze mitspielen, zeigen vor allem zwei Orchester: die Berliner Staatskapelle unter der Leitung von Daniel Barenboim und die Berliner Philharmoniker, die von Sir Simon Rattle geleitet werden. Der Name der Philharmoniker, die sich 1882 gründeten, ist untrennbar mit dem österreichischen Dirigenten Herbert von Karajan (1908 – 1989) verbunden, der das Orchester 34 Jahre lang leitete. Der „Klangmagier“ Karajan, der oft mit geschlossenen Augen dirigierte, entwickelte den berühmten vollen und seidenen Klang der Berliner Philharmoniker, der zu ihrem Markenzeichen werden sollte. Unter seiner Leitung nahmen die Symphoniker 1982 die weltweit erste Audio-CD auf.


