Berlin – Hauptstadt der DDR

Architektur des Sozialismus.

Zweifel – © Concoon / photocase.com

Auch der Ostteil der Stadt war von verheerenden Kriegszerstörungen betroffen. Die ersten Planungen zum Wiederaufbau nach 1945 waren noch nicht vom Ost-West-Gegensatz geprägt. Das Aufbauprogramm einer Kommission unter dem Vorsitz des Architekten Hans Scharoun sah Reparaturen, Neuerrichtungen und einschneidende Abrissmaßnahmen vor.
Ost-Berlin wurde zur Hauptstadt des sowjetischen Sektors. Als eine der ersten größeren Repräsentationsbauten wurde die sowjetische Botschaft Unter den Linden errichtet, Vorbild für den neoklassizistischen Historismus repräsentativer DDR-Neubauten. Die Neugestaltung der Stalinallee in den 1950er Jahren war dann der Versuch, dieses Ideal großflächig umzusetzen.
Die Hauptstadt der DDR stand unter Leistungszwang und verordnete sich später eine realistische Architektur des Sozialismus, die noch begrenzt die Tradition des Bauhauses und der Weimarer Republik zum Ausdruck brachte. Zwischen 1955 und 1970 setzte sich in einer Phase der Industrialisierung des Bauwesens die Tendenz zum industrialisierten Bauen mit Fertigteilen durch („Plattenbauten“).