Bauten des Nationalsozialismus

Bauten des Nationalsozialismus

Von Berlin nach Germania

Olympiastadion – © Scholvien

Adolf Hitler und sein wichtigster Architekt Albert Speer wollten die Reichshauptstadt prunkvoll zur Welthauptstadt Germania umbauen. Berlin sollte innerhalb weniger Jahre zur Stadt mit acht Millionen Einwohnern werden. Die „Gesundung der deutschen Städte“ sollte durch „Entschandelungsmaßnahmen“, „Entkernung“ und „Flächenbereinigung“ erreicht werden, wobei auf vorhandene, dem nationalsozialistischen Ideal nicht entsprechende Bausubstanz keinerlei Rücksicht genommen wurde.

Auch wenn die Pläne von der Reichshauptstadt zumeist in den Schubladen blieben, stehen bis heute zahlreiche Gebäude aus der Zeit des Nationalsozialismus in Berlin. So zum Beispiel das Bundesministerium der Finanzen, als Reichsluftfahrtministerium das erste Regierungsgebäude der Nationalsozialisten. Die achthöfige Anlage von Ernst Sagebiel war mit 2.000 Zimmern seinerzeit Berlins größtes Bürohaus.

Das größte zusammenhängende Gebäude der Welt war der Flughafen Tempelhof einst. Als östlicher Abzweig der von Albert Speer projektierten monumentalen Nord-Süd-Achse gebaut, wurde der Flughafen allerdings erst von den Alliierten 1945 in Betrieb genommen. Architektonisch gesehen gehört der Flughafen zu den weltweit bedeutendsten Verkehrsbauten.
Bis heute genutzt als Heimspielstätte des Bundesligisten Hertha BSC wird das Olympiastadion, das 1936 das Deutsche Stadion in Westend ersetzte. Die Arena für damals 100.000 Menschen (heute: 75.000) geht mit ihrer vorbildlichen Funktionalität auf den Architekten Werner March zurück. Zur Fußball-WM 2006 wurde das Stadion umfangreich modernisiert und saniert.