Architekturgeschichte. Die Anfänge bis zur Renaissance.

Architekturgeschichte. Die Anfänge bis zur Renaissance.

Von Cölln nach Berlin.

Nikolaikirche – © Scholvien

Zum ersten Mal wurde die Stadt Cölln als Teil der auf der Spreeinsel gelegenen Doppelstadt Berlin-Cölln im Jahr 1237 urkundlich erwähnt. Eine weitere Urkunde aus dem Jahr 1244 bringt dann auch die Erwähnung einer Stadt namens Berlin, die sich auf dem nördlichen Ufer der Spree befand. Dort, wo bis heute die Nikolaikirche steht. Aus der Zeit um die Mitte des 13. Jahrhunderts stammen neben der Nikolaikirche auch die Franziskaner-Klosterkirche, von der eine Ruine erhalten ist, sowie die ehemalige Heiliggeist-Kapelle und die Marienkirche. An der Waisenstraße finden sich noch Reste der alten Stadtmauer aus dem frühen 14. Jahrhundert.

Im Jahr 1307 bekamen die beiden Städte Berlin und Cölln zum ersten Mal ein gemeinsames Rathaus. Im Jahr 1415 wurde Friedrich I. zum Kurfürsten der Mark Brandenburg, der erste der Hohenzollern-Herrscher, die in Berlin erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als Deutsche Kaiser bis zum Ende des Ersten Weltkrieges regieren sollten.

Im „Berliner Unwillen“ von 1448 revoltierten die Berliner gegen den Bau des Schlosses, den Kurfürst Friedrich II. in Auftrag gegeben hatte, und die damit verbundene Trennung der Doppelstadt. Doch der Aufstand scheiterte. Die Berliner verloren viele politische und ökonomische Freiheiten. Gleichzeitig allerdings nahm die Bedeutung der Stadt immer weiter zu. 1451 wurde Berlin zur Residenzstadt erklärt. Und das Schloss weiter umgebaut. Um 1700 entstanden die barocken Fassaden Andreas Schlüters, mit der Kuppel von Friedrich August Stüler erhielt das Schloss 1850 seine endgültige äußere Gestalt, bevor es 1950 auf Befehl von Walter Ulbricht gesprengt wurde.

Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: Rund die Hälfte der Einwohner starb. Ein Drittel der Häuser wurde beschädigt. Als Friedrich Wilhelm, der „Große Kurfürst“, 1640 die Regierungsgeschäfte übernahm, startete er daraufhin eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Es kam zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt.